Samstag, 15. März 2014

Sind Charaktere lebendige Wesen? - Zitat der Woche


"After a while, the characters I'm writing begin to feel real to me. That's when I know I'm heading in the right direction." ~Alice Hoffman


Wie wahr. Das kann ich genau so unterschrieben. Naja, mit einer kleinen Abweichung.



Auch bei mir gibt es den Moment, in dem meine Charaktere beginnen real zu wirken, ganz so, wie lebendige Wesen. Für mich ist dies jedoch der Moment, in dem ich entscheide, das Buch zu schreiben.

Ich entwickle meine Buchideen (wie viele wissen gern unfreiwillig Nachts) in meinem Kopf. Und dort köcheln sie eine Weile. Ich schreibe nicht jede Idee sofort auf. Zum einen wäre ich dann wirklich viel mit aufschreiben beschäftigt, zum anderen hätte ich eine wahnsinnige Ablage an Ideenfetzen, die kaum zu handhaben wäre und dessen Ideenteile einfach für meinen Geschmack nicht gut genug sind.

Wenn eine Buchidee wirklich gut ist, dann bleibt sie im Kopf, bleibt in der Nähe und kommt immer mal wieder vorbei um Neues von sich zu erzählen. Sie muss sich bewähren, damit ich sie für buchwürdig halte.

Von Besuch zu Besuch wird sie mir vertrauter und ich lerne auch die Charaktere besser kennen. Und irgendwann ist der Moment dann da: Sie beginnen zu leben. Die Figuren sind zu Menschen (oder Lebewesen) geworden und ich weiß, dass ich dieses Buch schreiben muss. Ich weiß, dass ich den Charakteren das Leben geben muss, nach dem sie verlangen. Ja, das Leben, dass sie verdienen.

Dann fange ich an, aufzuschreiben. All die Geschichten, die ich schon kenne, alle Ideen, die bisher aufkamen. Mein Glück ist, dass ich selten Einzelheiten vergesse. Vielleicht würde ich sonst anders vorgehen.

Für mich sind also meine Charaktere auch lebendige Wesen. Zumindest ab einem bestimmten Punkt.
Und dann müssen sie raus, denn in mir drin ist nicht genug Platz für alle, um zu bleiben.



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