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Freitag, 24. Oktober 2014

Rezension: "Zeit zum Schreiben" von Richard Norden

Der Ratgeber "Zeit zum Schreiben" von Richard Norden holte mich sofort auf den ersten Seiten bei meinen Sorgen und Nöten ab: Keine Zeit, zu viele Aufgaben und die üblichen Methoden zur Zeitplanung funktionierten nicht richtig.

Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass dieser Ratgeber gleich zu Beginn mit der Vorstellung aufräumt, dass Vollzeitautoren doch wohl alle Zeit der Welt zum Schreiben haben müssten.
Er räumt auch auf mit typischen Gedanken wie "Später habe ich mehr Zeit" oder "zum Schreiben brauche ich viel Zeit am Stück und ein Landhaus in der Toskana".

Zuerst bekam ich beim Lesen ja ein wenig Panik. Richard Norden geht gekonnt auf die Unwiederbringlichkeit der verstrichenen Zeit ein und versteht es wirklich, damit ein mulmiges Gefühl in der Magengegend hervorzurufen.
Doch dann kommt er mit seinem Beispiel zu "Viele Wenigs ergeben ein Viel" und der schönen Überlegung, was alles noch geschrieben werden könnte, wenn ich ab heute jeden Tag an meinen Projekten weiterarbeiten würde.
Ich begann also zu rechnen. Mit einem erleichterten Seufzer sank ich in meinem Stuhl zurück und war guter Dinge, dass da locker 20 Bücher drin sein müssten.
Jetzt also nur noch "Zeit schaffen" dafür.

Und schon kommt die "MEHRZEIT-Methode" daher.
Ein verdammt gut gelungenes Akronym, ich ziehe meinen Hut vor Ihnen, Herr Norden!
Es steht für folgende acht Schritte:
Motivation
Ermittlung des Zeitbedarfs
Heutiger Istzustand 
Reduktion
Zeitbudget
Einplanen
Implementierung
Tuning

Die Methode ließ mich also zuerst über die Gründe nachdenken, wieso ich eigentlich schreibe und wie groß dieser Wusch tatsächlich ist. Denn ohne ausreichend Motivation kann das Vorhaben "Roman" nicht gelingen. Danach war es an der Zeit darüber nachzudenken, wie viel Zeit ich realistisch gesehen einplanen muss, um mein Ziel auch zu erreichen.

Damit ich für diese Zeit in meinem Alltag Platz habe, musste ich mir meinen Tag genauer anschauen. Und so führte ich, wie im Ratgeber vorgeschlagen, Buch über meine Aktivitäten, um hinterher in einer Analyse meine größten Zeitfresser aufzuspüren. Mein persönlicher Zeitfresser Nr.1 ist natürlich mein kleines Kind. Das wusste ich schon vor der Auswertung und grade dieser Punkt lässt sich zur Zeit nunmal nicht ändern. Aber für dieses Problem habe ich Lösungen für mich entwickelt, über die ich an anderer Stelle ausführlicher berichten werde. Andere Zeitfresser wurden von mir enttarnt und reduziert. Genau wie Richard Norden kann ich nur empfehlen die Schere hier besonders beim Fernsehen, bei Online Games und beim Social -Media-Surfen anzusetzen. Ich habe diese Bereiche aufgegeben oder auf das für mich absolute Minimum reduziert und bin, entgegen meiner Erwartung, sehr zufrieden.

Nun ging es nur noch darum, meine 24 Stunden auf alle wichtigen Bereiche, die übrig geblieben sind, sinnvoll aufzuteilen, ihnen feste Zeiten zuzuschreiben und dieses System dann in den Alltag zu übernehmen und nach einiger Zeit, wenn nötig, anzupassen. Hier bekam ich dann doch als Mutter die ersten Probleme. Das Einplanen fester Zeiten war nur während der Schlafenzeiten meines Sohnes möglich. Das tat ich dann aber auch. Seine Schlafenszeiten sind für mich fest und effektiv verplant. Für die Wachzeiten, die ja den größten Teil des Tages einnehmen, hat sich bei mir ein flexibler Plan bewährt. Dieser legt grobe Zeiten fest, die ich immer an die Anforderungen des jeweiligen Tages anpassen kann. Das Tuning setzt also bei mir jeden Tag von neuem an.

Mir hat besonders die Analyse meines Alltags geholfen. Zwar wusste ich um die größten Zeitfresser, doch ein paar Kleinigkeiten waren mir nicht bewusst, bis ich sie schwarz auf weiß vor mir hatte.
Ein anderer wichtiger Punkt des Ratgebers war für mich, das große Vorhaben "einen Roman zu schreiben" in Teilstrecken zu zerlegen, die kleiner und überschaubarer sind, und deren Zeitaufwand ich besser einschätzen kann.

Fazit:
Der Ratgeber "Zeit zum Schreiben" hat mir sehr gut gefallen.
Er gibt Tipps zum Alltagsumbau und wichtige Hinweise, wo man dafür ansetzen kann.
Anstatt nur gut gemeinte Ratschläge zu erteilen, lässt Richard Norden den Leser selbst aktiv werden.
In einer Selbstanalyse kann der Leser ganz genau sehen, wo sich seine größten Zeitfresser verstecken. Dies führt ihm richtig vor Augen, wie er seinen Tag verbringt und lässt keinen Platz mehr für Ausreden.
Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der Probleme hat, das Schreiben in seinen Alltag zu integrieren und häufig denkt "Zum Schreiben habe ich keine Zeit".
Die Zeit, die man für "Zeit zum Schreiben" investieren muss, bekommt man um ein vielfaches wieder zurück.

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Rezension zu Schreibratgebern auf FederKiel: Schreibratgeber

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      Sonntag, 6. April 2014

      Rezension: "Schreibcamp" von Stephan Waldscheidt

      Das "Schreibcamp" von Stephan Waldscheidt hat mir sehr gut gefallen und ist, meiner Meinung nach, sein Geld wirklich wert.

      Nicht nur, dass mein Roman durch die vielen Vorschläge an Qualität gewonnen hat, das "Schreibcamp" hat mir auch Mut gemacht, weil ich gemerkt habe, dass ich durchaus einiges intuitiv richtig mache. Solche Schulterklopfer brauche ich von Zeit zu Zeit. Auch dafür: Danke.

      Der Aufbau ist gelungen und auch ich empfehle, die Reihenfolge so einzuhalten, wie sie vom Autor vorgesehen ist. Der Ratgeber ist eingeteilt in "28 Tage", wobei sich der Leser an jedem Tag eines speziellen Themas annehmen soll.


      Ein paar Eindrücke von meiner Erfahrung mit dem Ratgeber:

      Gleich an Tag 1 hatte er mich am Haken.
      Natürlich weiß ich, dass der erste Satz wichtig ist, doch es im Detail schwarz auf weiß zu lesen ist noch einmal etwas anderes. Der umwerfende erste Satz, den ich mir überlegen sollte, ist übrigens der Anfang einer Kurzgeschichte geworden. An Tag 2 hat mich der letzte Absatz dazu gebracht, mir ein interessantes Detail zu einer Charakter-Ort-Beziehung auszudenken. Ein emotionaler Moment.

      Tag 3 war besonders amüsant. Ich saß im Wohnzimmer meiner Eltern, das mein Sohn zuvor in ein kleines Chaos verwandelt hatte, und suchte nach den "unpassenden Gegenständen". Beim ersten Überfliegen fiel mir nichts auf, alles war passend im Zimmer, wie immer. Doch dann blieb mein Blick am Kinderreisebett hängen, das zum spielen mitten im Raum stand. Plötzlich fiel mir auch die kleine Pfanne auf dem Boden auf, die mein Sohn aus der Küche entführt hatte. Hinten in der Zimmerecke lag außerdem noch ein Deoroller, scheinbar ein weiteres Entführungsopfer. Ja, diese Dinge passten nun wirklich nicht in ein Wohnzimmer.
      Mit einem Lächeln las ich weiter.

      An Tag 5 sprach mir der Autor aus der Seele. Ich habe besonders in den letzten Wochen viele Texte und Bücher von Selfpublishern vor die Nase bekommen, deren erste Kapitel aus ewig langen, langweiligen, wenig sagenden Beschreibungen bestehen, die jeder Lektor nur zu gern gestrichen hätte. Dieser Tag 5 war mein "Schulterklopfer".

      An Tag 7 habe ich einen Charakter getötet.
      Und an Tag 9 wurde ein Klischee weit ausgebreitet um es dann komplett umzukrempeln. Ein wunderbares neues Detail meines Helden kam zum Vorschein. Tag 10 hat die missliche Lage meiner Helden verschlimmert, was für sie zwar ärgerlich, für die Leser aber umso besser ist.

      An Tag 13 und 14 gab es dann von allem mehr. Mehr Drama, mehr Einsatz, mehr Konflikt, mehr Risiko, mehr zu verlieren. Meine armen Helden. Doch sie werden das schon verkraften.
      Tag 15 brachte interessante Ziele mit sich, denn mich beschäftigte die Frage: "Was will Ihr Protagonist in der aktuellen Szene erreichen?" Außerdem warf ich massig Hindernisse hinterher.

      Tag 19 ergab neue Gefühle für meine Helden und damit auch neue Ideen für den Ablauf der Geschichte und für die Hintergründe. An Tag 20 waren meine Helden bei Ikea und diverse Schauplätze wurden mit dem seltsamsten Zeug bestückt.

      Tag 25 hat für mich eine sehr wichtige Aussage. Es geht halt doch immer um Beziehungen. Wenn diese fehlen, besteht ein Buch oder Film einfach aus langweiligen, aneinandergereihten Szenen einzelner Figuren. Und so habe ich noch mehr Beziehungen geflochten und Nebenfiguren miteinander bekannt gemacht. Tag 26 hat mich zwei Szenenanfänge komplett umbauen lassen. Ich habe einen Haken reingeknotet.

      Tja, und an den Tagen 27 und 28 habe ich über viele Enden nachgedacht. Die Enden von Szenen, von diversen Büchern und unreifen Ideen.

      Fazit:
      Das "Schreibcamp" ist ein Ratgeber, den ich sicherlich im Entstehungsprozess eines jeden Romans einmal zu Rate ziehen werde. Ich kann ihn jedem empfehlen, der eine Rohfassung seines Werkes und etwas Zeit mitbringen kann.
      Stephan Waldscheidt beginnt mit dem Versprechen: "Dieses Buch wird Ihren Roman besser machen. Vom ersten Tag an." Und dieses Versprechen hält er auch.

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      Freitag, 17. Januar 2014

      Schreibratgeber, die mir gefallen - Teil 1

      Wie man einen verdammt guten Roman schreibt, Band 1 & 2 - James N. Frey

      Hier geht es zur Review von Band 1: Band 1
      Während Frey in Band 1 auf die grundlegenden Bausteine eines Romans eingeht, geht er in Band 2 ein wenig mehr ins Detail und betrachtet einige Punkte genauer: Empathie und Identifikation, Spannungsaufbau, noch bessere Figuren erschaffen und natürlich wieder die Prämisse. Er gibt, wie in Band 1, viele Beispiele und am Ende geht es wieder um das Schreiben und den Schreiberling an sich. 
      Wer sehr schematische Anleitungen zum Planen sucht, ist bei Frey richtig.



      Das Leben und das Schreiben - Stephen King

      Ich weiß, hier scheiden sich die Geister, doch ich bin nach wie vor ein begeisterter Leser dieses Buches. Einer der meistgelesenen Autoren unserer Zeit erzählt in diesem Buch von seinem Leben und vom Schreiben. Es ist keine Schritt für Schritt Anleitung, sondern eine besondere Mischung aus sympathischer Autobiografie und einem, wie er es nennt, "Werkzeugkasten" zum Schreiben. Seine Tipps sind immer auf den Punkt, trotzdem versucht er niemandem seine Art zu arbeiten aufzudrücken. Und es ist ein fabelhaftes Werk, um wirklich zu verstehen, wie die Arbeit als Schriftsteller mit dem alltäglichen Leben zusammenhängt.



      Von der Kunst des Schreibens - Julia Cameron

      Auch dieses Buch ist keine schematische Anleitung zum Schreiben. Cameron erzählt aus ihrem Leben als Schriftstellerin, gibt Hilfe in Problemsituationen, versprüht Inspiration und macht unglaublich viel Mut. Dieses Buch hat mir besonders dabei geholfen, beim Schreiben den Anspruch auf Perfektion außen vor zu lassen und einfach Freude am Schreiben zu haben. 





      Kreatives Schreiben - Jürgen vom Scheidt

      J. v. Scheidt komprimiert in diesem Buch das Wissen und die Erfahrung aus den vielen Jahren als Leiter diverser Schreibseminare zum Kreativen Schreiben. Es geht von der Geschichte der Schrift, über die Bedeutung des Schreibens für den Menschen zu gezielten Tipps zum Schreiben und zum Umgang mit Blockaden. Es gibt in diesem Buch keinen verklärten Blick auf den kreativen Prozess, keine hochtrabenden Ansichten über das Schreiben. Es ist bodenständig und realistisch und v. Scheidt versteht es, kleine Häppchen Theorie und diverse Schreibtipps in seine Ausführungen einzubauen.


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      Freitag, 20. Dezember 2013

      Madita liest: "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt"

      "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" - James N. Frey

      Bei meiner Suche nach Schreibratgebern bin ich, wie so viele, auch auf das Werk von Frey gestoßen.
      Nach kurzem Überfliegen des Buchrückens, der eine praktische, systematische und witzige Anleitung verspricht, blätterte ich durch das Buch und hatte einen guten ersten Eindruck.
      Und so wurde es von mir gelesen.



      Nach einer detailierten Inhaltsangabe, einem Vorwort und einer Einleitung beginnt dann auch der Ratgeber mit dem Satz: "Wenn Sie keine Figuren erschaffen können, die in der Phantasie des Lesers lebendig werden, können Sie keinen verdammt guten Roman schreiben." Und entlockt mir damit ein erstes zustimmendes Nicken. Es folgt ein Kapitel über Figuren im Roman und wie man man solche guten Figuren erschaffen kann.

      Es geht weiter mit den Themen "Konflikt" und wie man diesen hervorholt und am Leben erhält und der "Prämisse", die Frey ganz besonders wichtig ist. Er führt auch hier, wie im ganzen Ratgeber, viele Beispiele an. Wer bisher noch nicht gemerkt hat, dass Frey zur Gruppe der "pedantischen Planer" gehört, der wird es spätestens jetzt begreifen.

      Die nächsten vier Kapitel beziehen sich dann auf das Romanschreiben mit Themen wie "Stufendiagramm", "Höhepunkt", "Erzählperspektive" und "Dialoge". Hier habe ich wirklich, trotz vieler anderer Ratgeber, das ein oder andere mitnehmen können und es auch schon erfolgreich in meinem Roman angewendet. Besonders das Kapitel über die Erzählperspektive fand ich interessant.

      Zum Schluss gibt es dann noch zwei Kapitel, eins zum Thema "Überarbeiten" und am Ende eins zum Beruf Schriftsteller an sich.

      Fazit: Ich bin nicht von allen Beispielen ein Fan, und auch die strickte Planung, die er vorschlägt geht mir persönlich etwas zu weit, doch davon abgesehen ist der Ratgeber für mich ein gelungenes Werk, das ich mit großem Interesse gelesen habe und weiterempfehlen kann.

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      Buchreviews auf FederKiel: Madita liest - Buchreviews
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