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Dienstag, 16. Juni 2015

Schreiben mit Baby und Kleinkind - Improvisation ist alles


Für das Interview mit mir auf dem Blog von Anna Thur habe ich vor ein paar Wochen festgehalten, wie meine Tages- und Wochenplanung aussieht. >Hier zu lesen<

Als Mutter mit einem Kleinkind zu Hause unterscheidet sich mein Tag natürlich sehr vom routinierten Schreibtag eines Autors, der seine Tagespunkte auf die Minute genau planen kann.

Wer schon einmal versucht hat zu Hause zu arbeiten - und damit meine ich wirklich konzentriert etwas zu schaffen - während ein Kleinkind im selben Raum (oder auf dem Schoß) spielt, der mag sich jetzt fragen, wie ich überhaupt ein Buch oder einen Blogbeitrag fertig bekomme.

Genau darüber möchte ich heute auf FederKiel schreiben und damit vielleicht der ein oder anderen verzweifelten Mama (oder natürlich auch einem Papa) Mut machen.



Planung ist nicht Alles


Improvisierter Arbeitsplatz auf dem Sofa
Als erstes einmal: Ja, Planung ist wichtig.
Ohne Planung geht gar nichts, aber kaum etwas wird wirklich einmal so klappen, WIE Sie es planen.
So ist das mit Kindern und wer das akzeptiert und drumherum arbeitet, der hat quasi schon gewonnen.
Den schlimmsten Fehler, den Sie machen können, ist der, sich zu sehr auf die geliebte Planung zu versteifen, sich übelst zu ärgern und dann alles hinzuschmeißen.

Diese miese Laune ist schlecht für ihre Gesundheit, schlecht für Ihre Motivation und schlecht für Ihre Kreativität. Ihre Kinder werden es merken und Ihre Laune reflektieren.
Ihr Schreibtag ist damit gelaufen.

Wenn etwas gar nicht so läuft wie geplant und vielleicht sogar Ihre komplette Schreibzeit verloren scheint, haben Sie natürlich alles Recht der Welt sich darüber zu ärgern.
Ärgern Sie sich kurz und laut und dann denken Sie nach!
Sich zu ärgern wird nichts an den geplatzten Plänen und Ihrer verlorenen Schreibzeit ändern.
Der einzige, der jetzt noch etwas ändern kann sind Sie: Sie können improvisieren!

Jeder Mensch kann das - die einen besser, die anderen schlechter.
Aber keine Sorge, jeder kann es lernen.
Auch Sie können zum Improvisations-Genie werden!
Wenn Sie es denn wollen.


Sie müssen es wirklich wollen!


Das ist der Knackpunkt. Sie müssen es wollen. Sonst wird es niemals funktionieren.

Es ist passiert: Ihre Schreibzeit ist verloren, Kinder und Partner haben durch unerwartete Wünsche und Termine den Tagesplan komplett über den Haufen geworfen. Weitere Zwischenfälle machen das Einhalten ihrer geplanten Zeiten unmöglich. Ihre Schreibzeit ist so gut wie verloren.

Was nun? Improvisieren und Ihre Schreibzeit retten!
Dafür ist keine Zeit übrig? Doch, wenn Sie dafür andere Punkte streichen.
Hier zeigt sich dann:
Ist Ihnen das Schreiben wichtig genug, um Punkte Ihrer To-Do-Liste auf die Folgetage zu verschieben? Sie müssen es wirklich wollen!
Sind sie vielleicht zu träge und bequem, um schnell umzuplanen und doch noch Schreibzeit herauszukratzen? Ist das Schreiben Ihnen wichtig genug, um solche Umständlichkeiten auf sich zu nehmen? Sie müssen es wirklich wollen!


Improvisieren ist nötig


So wie jetzt, lief es bei mir nicht von Anfang an.
Auch ich habe erst lernen müssen mich anzupassen. Es gab viele Frustmomente und viel selbstgemachten Stress, aber das Wichtigste war nicht aufzugeben. Ich wollte es wirklich schaffen.

"Wer etwas wirklich schaffen will, der findet einen Weg. Alle anderen finden Ausreden."

Der erste Schritt war für mich, zu erkennen und zu akzeptieren, dass Anpassen und Improvisieren nötig waren, um endlich etwas zu schaffen.
Natürlich kann man das Glück haben, dass Familienangehörige und auch der Partner einspringen und das Kind für mehrere Stunden übernehmen, doch dieses Glück hat nicht jeder und wer es hat, der kann nicht erwarten, dass es regelmäßig so läuft.

Ich habe dieses Glück nicht und ich wollte nicht weiterhin nur dasitzen und mich den Umständen ausgeliefert fühlen.

Anstatt mich darüber zu ärgern, dass ich meine Zeiten nicht fest planen konnte und traurig zu sein, über all die Momente, in denen es mir nicht möglich war zu schreiben, habe ich gezielt darüber nachgedacht, in welchen Momenten ich eigentlich schreiben KÖNNTE.

Und das waren dann eine ganze Menge.
Wenn man erstmal anfängt ganz kreativ darüber nachzudenken, in welchen Situationen man Schreiben könnte, kommen immer mehr Ideen dazu.

Zugegeben: Manche sind anstrengend, manche sind umständlich und manche einfach nur ungewohnt - doch alle sind MÖGLICH.



Der Griff zu Stift und Papier

Schreiben auf der Spieldecke mit Kind

Mein nächster Tipp: Befreien Sie sich von der Vorstellung in völliger Stille am PC zu schreiben.
Auch wenn das die Idealsituation ist, so ist sie für eine schreibende Mutter mit Baby und Kleinkind einfach zu unwahrscheinlich, um weiter an ihr festzuhalten.

In vielen Alltagssituationen könnten Sie schreiben, wenn Sie sich auf das Schreiben mit Stift und Papier einlassen. Es gibt viele Gründe, wieso Sie es einmal damit versuchen sollten, aber der wichtige Grund, um den es jetzt geht ist: Mobilität und Schnelligkeit.

Stift und Papier können Sie überall dabei haben, sie können es in allen erdenklichen Positionen halten und es muss nicht erst angeschaltet und hochgefahren werden.

Auch ein Tablet wäre eine Möglichkeit, doch viele kurze Schreibmomente mit Kindern sind schon wieder vorbei, wenn Tablet und Schreibprogramm endlich einsatzbereit sind. Würde ich mich beim Schreiben nur auf technische Geräte einlassen, dann hätte ich vielleicht die Hälfte meiner Texte nicht geschrieben.


Wo schreibe ich?


Die Antwort ist leicht: Wo und wann ich kann!

Ich schreibe am Schreibtisch.
Ich schreibe auf dem Sofa oder am Sofatisch.
Ich schreibe beim Essen.
Ich schreibe auf dem Klo.
Ich schreibe beim Kochen neben dem Herd.
Ich schreibe auf dem Bett - ob morgens nach dem Aufwachen, mittags mit dem Kind oder abends im Dunkeln.
Ich schreibe auf der Spieldecke - während KiKa läuft und die Autos und Bauklötze neben mir klappern.
Ich schreibe auf dem Spielplatz.
Ich schreibe beim Spazierengehen auf dem Dach des Kinderwagens.
Ich schreibe im Auto oder in Bus und Bahn.

Ich habe eine Art Sport daraus gemacht, in den seltsamsten Momenten zu schreiben.
Ich amüsiere mich über jede neue Idee, die tatsächlich funktioniert und habe richtig Spaß dabei.


Wie plane ich?


Ich habe es eingangs bereits erwähnt: Planung ist wichtig, aber nichts läuft nach Plan.

Starre Planung mit genauen Zeitangaben funktioniert für mich nicht.
Sobald ich nach festen Zeiten plane bricht der Stress aus. Mein Kind isst sein Mittag nunmal nicht pünktlich auf die Minute und braucht dann auch mal länger, als von mir gedacht. Oder das Anziehen und Spielzeug einpacken dauert wieder eine Ewigkeit. Beim Einkauf muss unbedingt noch im Laden mit den Spielzeugautos gehalten werden, sonst ist der Weltuntergang nahe.
Mütter wissen sicher, wovon ich hier spreche. All diese Dinge sind nicht schlimm, wenn man ihnen entspannt begegnet. Doch mit einem strengen Zeitplan ist entspannt bleiben schwer.

Also plane ich meinen Tag grob.
Als erstes ist mein Tag unterteilt in vier Abschnitte:
Vormittags-Zeit, Mittagsschlaf-Zeit, Nachmittags-Zeit und Abendstunden.
Erledigungen des Tages werden von mir in die passenden Abschnitte sortiert.
Einkaufen und Sport erledige ich gern ganz früh, Schreiben und Zeichnen sind Dinge, die am besten gehen, wenn mein Kind schläft.
Hier hat sich das markieren mit verschiedenen Farben für die vier Zeitbereiche bewährt.

Dann habe ich die Master-Liste. Eine To-Do-Liste, auf der nur die wirklich wichtigsten Punkte stehen. Gern auch mit dem Fälligkeitsdatum in rot dahinter.
Diese Liste ist immer gut sichtbar auf meinem Schreibtisch platziert.

Nun muss ich noch die ganzen weniger wichtigen Punkte, die andere Leute auf ihre To-Do-Listen schreiben, irgendwie planen und unterbringen.
Dafür nutze ich einen länglichen Tischkalender, der pro Seite eine Woche zeigt.
Sie kennen die sicher. Sieben Tage nebeneinander, mit ein paar Zeilen pro Tag Platz.
Als erstes werden die dringenden Termine der Master-Liste auf die Tage verteilt.
Danach kommen erstmal persönlich wichtige Dinge.
Ich halte diese Vorgehen für wichtig, denn sonst kommen diese Dinge IMMER zu kurz. Dazu gehören besondere Unternehmungen mit meinem Kind und auch das Schreiben!
Erst dann werden andere Erledigungen eingetragen.
Und wenn die Zeilen für einen Tag voll sind, dann ist der Tag VOLL.
Punkte, die noch übrig sind, müssen in eine freie Zeile eines anderen Tages ziehen und warten.

So stelle ich sicher, dass ich mir meine Tage nicht zu voll packe, aber trotzdem alle wichtigen Punkte erledige.


Sie sind auch Mutter oder Vater und würden gern mehr schreiben?
Versuchen Sie es:
  • Planen Sie, aber halten sie nicht stur daran fest. Planen Sie einmal anders!
  • Machen Sie sich klar, dass Sie es wirklich schaffen wollen!
  • Überlegen Sie, in welchen Alltagssituationen Sie schreiben könnten - seien Sie kreativ!
  • Besorgen Sie sich gute Notizblöcke und Stifte.
  • Und gehen Sie das Vorhaben entspannt und mit Humor an.

Schreiben auf dem Bett
 
Für Bilder aus meinem Alltag folgen Sie mir doch auf Instagram: Madita auf Instagram


Sonntag, 15. Februar 2015

Schreibblockaden - Gründe und 25 Tipps dagegen


Da ich selbst vor etwa einem Jahr eine Kreativblockade erfolgreich bekämpft habe, wollte ich schon lange einmal hier über das Thema schreiben. Über die vielen Gründe und auch über Lösungsansätze, auf die ich bei meiner Suche nach einem guten Gegenmittel gestoßen bin.

Zuerst einmal möchte ich bemerken: Es gibt nicht DIE Schreibblockade.
Es gibt Blockaden. Mehrzahl.
Es sind Störungen, die deutlich voneinander unterscheidbar sind und sie können nicht nur das Schreiben blockieren, sondern jeden kreativen Prozess. So tritt bei einigen Künstlern z.B. die "Zeichenblockade" auf. In einer der folgenden Gruppen findet sich aber in der Regel jeder Autor wieder, der eine Blockade erlebt.

  •  Es fällt extrem schwer neue Ideen zu entwickeln oder die Ideen bleiben komplett aus
  • Die Planung des Textes gelingt, doch das Schreiben findet nicht statt
  • Es gelingt nicht, die erste Formulierung/einen Einstieg zu finden und den Text zu beginnen
  • Das Schreiben erfährt dauernd Unterbrechungen, von innen (Unruhe) oder außen (Ablenkung)
  • Geschriebenes wird immer wieder editiert und umgeschrieben, das freie Schreiben gelingt kaum
  • Abneigung gegen das Schreiben, bis hin zu Angst und Panik

Wenn Sie unter einer Blockade leiden, lassen Sie sich sagen, dass Sie damit in guter Gesellschaft sind. Auch große Namen der Literatur waren schon davon betroffen. So litten zum Beispiel Schriftsteller wie Marcel Proust und Robert Musil teilweise an schweren Schreibblockaden.
Und, wie es auf Karrierebibel.de so schön steht: Schreibblockaden sind wie Herpes.
Wenn die Umstände, die zu einer Blockade geführt haben wieder da sind, dann kommt auch die Blockade wieder vorbei. Wenn Sie also etwas ändern müssen, um sich zu befreien, dann ist das keine Veränderung auf Zeit.


Woher kommen diese Blockaden? 

 

    Ich denke, Gründe für Blockaden gibt es so viele, wie es blockierte Autoren gibt.
    In den meisten Fällen greifen mehrere Faktoren ineinander, selten gibt es nur einen einzigen Grund.
    Die Probleme lassen sich gut in folgende Gruppen unterteilen:

    • Mangel an Information und Konzept. Es fällt schwer, über ein Thema zu schreiben, wenn man kaum etwas darüber weiß. Fehlende Recherche ist hier das Problem. Unzureichende Konzepte können den Einstieg ebenso erschweren. Es wurde nicht überlegt, wie, in welchen Umfang und in welcher Reihenfolge das Thema bearbeitet werden soll.
    • Hohe Komplexität. Wenn das Thema zu umfangreich ist, die Fantasywelt erschlagend groß und detailliert oder der Roman aus zu vielen Handlungsstängen besteht, dann kann ein Projekt ohne genaue Planung so unüberschaubar werden, dass das Schreiben nicht mehr gelingt.
    • Viele Störungen. Ob es nun das klingelnde Telefon, der laute Fernseher, der nervige Nachbar, der quälende Heißhunger oder eine andere Art von Störung ist, sie haben eines gemein: Sie unterbrechen den Schreib- und Gedankenfluss. Kommt das häufiger vor, kann es das Schreiben zu einer schweren Angelegenheit machen. Hier gehört auch die "Aufschieberitis" rein, die viele Autoren befällt, die "nur mal schnell" Facebook und Twitter checken wollen. Unterbrechungen kreativer Prozesse hemmen das Schreiben massiv. Der Autor schafft nicht nur weniger, er schreibt auch schlechter. Manchmal fehlt auch einfach Zeit, die der Autor allein verbringen kann. Etwa in großen Familien, wo leise Rückzugsorte Mangelware sind.
        • Starke Selbstzensur. Ob es nun der fehlende Glaube an die eigene Formulierung ist, oder die Angst vor dem überkritischen Leser - Die Angst zu versagen kann hinter einer Schreibhemmung stehen. Und so fängt man an, sich noch während des Schreibprozesses zu zensieren oder den bereits geschriebenen Text immer wieder zu überarbeiten. Die Angst, nicht den perfekten ersten Satz zu schreiben, den Leser nicht von Anfang an fesseln zu können, fesselt dann den Autor.
        • Fehlender Glaube an sich selbst. Der Gedanke, es sowieso nicht zu schaffen, hemmt den Autor schon im Vorfeld. Wenn Glaube Berge versetzt, kann Zweifel diese aufschütten. Oft ist es erfahrene negative Kritik die einen hemmt und so tief sitzt, dass man sie nicht loslassen kann.
        • Psychische Probleme und Stress. Starke Belastung kann ebenfalls eine Blockade auslösen, insbesondere Depressionen oder bipolare Störungen. Genauso haben Stress oder familiäre Belastungen verheerende Auswirkungen auf einen Autor. Hier kann es zu Hemmungen kommen, zur völligen Unfähigkeit zu schreiben und es können sich auch leichter Ängste und Panik im Zusammenhang mit dem Schreiben entwickeln.

          Wie lassen sich Blockaden wieder lösen?

           

          Schreibblockaden lassen sich im Allgemeinen gut überwinden.
          Es gibt aber keine Methode, die bei jedem garantiert funktioniert. Die Lösung hat immer mit den Gründen für die Blockade zu tun. Diese sollten also zuerst einmal ergründet werden.
          Dabei helfen Ihnen ein paar Fragen:
          • Wann ist die Blockade aufgetreten oder wann ist sie Ihnen zum ersten Mal aufgefallen und was ist in den Tagen oder Wochen davor passiert?
          • Sind Sie bei allen Texten blockiert oder sind es nur spezielle Arten, etwa nur Ihr Roman?
          • Haben Sie eher in der Planungsphase Probleme, später beim Ausformulieren oder beim ersten Satz/Absatz?
          • Sind Sie vielleicht nur schnell abgelenkt und konzentrieren sich nicht richtig gezielt auf das Schreiben? 
          • Glauben Sie an ihr Projekt und glaubt Ihr Umfeld an Sie?
          • Könnten psychische Probleme dahinter stecken?

          Die meisten Autoren, die von einer Schreibblockade geplagt werden, beginnen früher oder später mit Vermeidungshandlungen. Um die Blockade zu vertreiben ist es wichtig diese Vermeidungshandlungen als solche zu erkennen und gegenzusteuern.
          Was tun Sie, wenn Sie nicht schreiben können? Machen Sie sich eine Liste Ihrer liebsten Vermeidungshandlungen und entscheiden Sie sich dann bewusst dagegen, wenn Sie eine davon bemerken.
          Dann sagen Sie sich laut "Nein, ich möchte jetzt lieber schreiben!", damit Ihr Wunsch auch im Unterbewusstsein ankommt.
          Natürlich wird durch das weglassen dieser Handlungen das Schreiben nicht sofort wieder gelingen, aber um zu Schreiben müssen Sie zuerst damit aufhören, es zu vermeiden.


          25 Tipps gegen Schreibblockaden

           

          Tipps gegen Schreibblockaden gibt es viele. Nicht alle helfen jedem.
          Traditionelles Mittel gegen die Blockaden ist laut Hemingway ein Glas Wein. Wahlweise auch jedes andere alkoholische Getränk. Ob es wirklich hilft, oder nur eine Ausrede zum Trinken ist, kann ich nicht beurteilen. Wer es auf einen Versuch ankommen lassen will, kann mir gern seine Erfahrung mitteilen.

          1) Mehr Organisation
          Nicht für jeden Autor funktioniert es, einfach ohne Plan ins Blaue zu schreiben. Tatsächlich funktioniert das für die wenigsten wirklich gut. Wenn Sie ein Drauflosschreiber sind, dann versuchen Sie es mal mit einem Plan. Wenn Sie Planer sind, dann planen Sie zum Versuch einmal genauer. Den meisten Autoren geht dann das Schreiben leichter von der Hand.
          Strukturieren Sie den geplanten Text mit Teilüberschriften (auch Kapitelüberschriften im Roman) und mit einer Gliederung in Teilabschnitte. Formulieren Sie das Gesamtziel des Textes und das Ziel eines jeden Teilabschnitts. Schreiben Sie sich Stichpunkte zu jedem Teilabschnitt auf.
          Anhand dieses Bauplans können Sie sich dann entlang hangeln, auch wenn es einmal zäher läuft.

          2) Mehr Recherche
          Nicht nur für Fachartikel oder historische Romane ist Recherche wichtig. Jeder Autor muss sich in ein Thema erst einlesen, bevor er souverän darüber schreiben kann. Wenn Sie sich unsicher fühlen beim Schreiben, dann fehlt womöglich die Recherche zum Thema oder einem Randthema, oder Sie haben in Ihrer Idee nicht tief genug gebohrt. Hier meine ich Fantasyautoren, die über ihre Welt oder ein alchemistisches Experiment schreiben wollen, sich aber so wenig Gedanken dazu gemacht haben, wie das alles aussieht und funktioniert, dass sie nicht glaubwürdig formulieren können.
          An dieser Stelle möchte ich Sie dazu aufrufen, außer Informationen noch etwas anderes zu sammeln: Bilder von Personen und Orten, Musik oder Videos, die Sie an ihre Welt und an Ihr Projekt erinnern. So ein Inspirationsordner hilft nicht nur bei Blockaden, sondern auch nach längeren Schreibpausen dabei, wieder in die richtige Stimmung zu kommen.

          3) Ideen aus dem Kopf schreiben
          Oft blockiert ein Autor auch dann, wenn sein Kopf schier platzt vor Gedanken und Ideen, die es festzuhalten gilt. Ob es die nächste Romanidee ist, eine tolle Formulierung für einen Artikel oder der Umstand, dass das Klopapier fast alle ist und nicht vergessen werden darf, es hindert den Autor daran, sich auf den aktuellen Text zu konzentrieren. Die Angst, dass eine der Ideen verlorengeht ist zu groß. Hier hilft das Rausschreiben aller Gedanken auf einen Notizblock. Bis nichts mehr übrig und der Kopf frei ist. Versuchen Sie, all Ihre herumschwirrenden Gedanken zu notieren bevor Sie mit Ihrer Schreibsitzung beginnen.

          4) Schalten Sie Störfaktoren aus
          Schaffen Sie sich einen ungestörten Raum. Störungen des Alltags, wie Fernsehen und Handy, können das Schreiben ins stocken bringen. Am besten ist es, diese Störungsquellen für die Zeit des Schreibens abzustellen. Wenn das nicht geht, sollte man versuchen, sie in den kreativen Prozess mit einzubeziehen. Sie weniger als Störung und mehr als Bereicherung anzusehen, als Inspirationsquelle oder als Antrieb. Falls Sie in völliger Stille nicht arbeiten können oder Lärm aussperren müssen, versuche Sie es mit Instrumentalmusik oder weißem Rauschen über Kopfhörer. Ein solcher Schutzschirm hilft dabei, sich zu konzentrieren.
          Auch das Internet ist gefährlich. Die Versuchung ist groß in einer Pause oder bei fehlenden Ideen schnell seine Nachrichten abzurufen. Wenn möglich, trennen Sie Ihre Internetverbindung für die Zeit des Schreibens. Sonst ist die wertvolle Zeit zum Schreiben mit unwichtigen Kleinigkeiten verschenkt worden.
          Vielleicht haben Sie die Möglichkeit sich ein Arbeitszimmer oder ein Gartenhäuschen einzurichten, in das Sie sich zurückziehen können. Wenn Sie wirklich viel schreiben wollen, müssen Sie auch die besten Voraussetzungen dafür schaffen.

          5) Wechseln Sie den Ort
          Wenn Sie am selben Schreibtisch schreiben, an dem Sie auch Ihre Steuererklärung oder Ihre mitgebrachte Arbeit erledigen, dann kann es leicht passieren, dass Ihr Unterbewusstsein diesen Ort mit Stress und Druck verbindet und das entspannte Schreiben sehr schwer fällt.
          Dann packen Sie Ihre Sachen und lassen die Schreibblockade zu Hause. Suchen Sie sich einen ruhigen oder inspirierenden Ort, der Sie auf neue Ideen bringt. Ein Café, ein Garten oder Park oder die Bibliothek sind besonders beliebt.

          6) Schreiben Sie im Dunkeln
          Eine wissenschaftliche Studie der TU Dortmund ergab, dass die Probanden im Dunkeln sehr viel mutiger in ihren Ideen waren und diese auch leichter zuließen. Ich selbst schreibe auch gern im Dunkeln. Ich glaube sogar, dass meine besten Textstücke in diesen Zeiten entstehen. Dazu sitze ich auf meinem Bett oder auf dem Boden und schreibe mit Stift und Papier. Einziges Licht ist eine kleine rosa Leselampe.Versuchen Sie es!

          7) Wechseln Sie die Position
          Große Namen wie etwa Leonardo da Vinci, Ernest Hemingway, Kierkegaard, Charles Dickens oder Virginia Woolf arbeiteten im Stehen. Es beeinflusst die Leistungsfähigkeit positiv, macht wacher und ist gesünder. Besonders, wenn Ihnen das lange Sitzen nicht nur auf die Nerven und das Gemüt schlägt, sondern auch auf den Rücken, sollten Sie es versuchen. Es gibt sehr schöne Stehpulte zu diesem Zweck.
          Oder Sie versuchen es mit Liegen. Im entspannten Liegen fließen die Gedanken besser, man lässt leichter los und findet Zugang zum Unbewussten. Autoren wie etwa Truman Capote, William Wordsworth oder Marcel Proust schrieben im Liegen. Achten Sie auf eine gute Position für Kopf, Nacken, Schultern und Schreibhand, um Verspannungen vorzubeugen. 

          8) Schalten Sie den Bildschirm aus
          Wenn Sie dazu neigen Ihre vorherigen Absätze immer wieder zu überfliegen oder zu bearbeiten dann schalten Sie den Bildschirm aus oder decken ihn ab und tippen einfach blind. Stellen Sie sicher, dass Ihre Finger auf den richtigen Tasten liegen oder schauen Sie Ihren Fingern einfach dabei zu, wie sie über die Tastatur fliegen.

          9) Schreiben Sie mit Stift und Papier oder iPad
          Was Sie ebenfalls verändern können ist Ihr Schreibwerkzeug. Eines der einfachsten Mittel gegen Blockaden ist das Schreiben von Hand. Und es ist eines der am häufigsten ignorierten Mittel. Ich selbst kann das gar nicht verstehen, denn ich bin ein begeisterter Stift und Papier-Schreiber. Das Schreiben bekommt eine ganz neue Bedeutung und jedes Wort wird besser überlegt. Der Autor ist nicht mehr nur dabei monoton Tasten zu drücken, sondern muss feinmotorisch mehr leisten. Auch die Hand- und Körperhaltung ist dabei anders, was zur Lösung einer Blockade beisteuern kann.
          Ich finde auch, dass sich beim Schreiben mit Stift und Papier die Stimmungen und Emotionen besser ausdrücken lassen.
          Eine andere Möglichkeit sich vom PC zu entfernen und das Medium zu wechseln stellt das iPad dar. Hier lassen sich ganz frei Gedanken und Ideen eintippen, ohne den Druck des Computers oder des Manuskripts. Versuchen Sie es einmal ohne ihren Computer, denn wenn der Blick auf den Bildschirm Sie blockiert, dann ist es egal, wo Sie mit ihm hingehen, Sie nehmen Ihre Blockade immer mit.

          10) Machen Sie eine kurze Pause
          Wenn Ihnen nichts mehr einfällt, kann es auch Zeit für eine Pause sein, denn nach spätestens 90 Minuten konzentrierter Arbeit kann das Gehirn nicht mehr. Stehen Sie auf, gehen Sie an die frische Luft, trinken Sie einen Schluck kühles Wasser. Entspannung und Zerstreuung helfen, die Kreativität wieder aufblühen zu lassen. So überfallen uns oft geniale Ideen unter der Dusche, auf dem Klo, beim Ruhen auf dem Sofa oder beim Spaziergang. Monotone oder automatisierte Tätigkeiten fördern die guten Einfälle. Achten Sie allerdings darauf die Pause zeitlich zu begrenzen und keinen Raum für Vermeidungshandlungen zu lassen.

          11) Erst das Schreiben, dann das Editieren
          Viele Autoren begehen den Fehler, ihren schon geschriebenen Text immer wieder zu überfliegen und zu überarbeiten und damit den Schreibfluss stark zu stören. Dadurch wird der Text nie fertig.
          Versuchen Sie den Perfektionisten auszuschalten und Ihre Ideen fließen zu lassen, ohne sie für Verbesserungen zu unterbrechen. Korrigieren und Umformulieren können Sie später noch genug.
          Vielleicht haben Sie auch zu hohe Erwartungen an Ihren Textanfang und Ihr erstes Kapitel erscheint Ihnen nicht gut genug. So sehr, dass Sie immer wieder daran denken und es verbessern. Machen Sie sich klar, dass die erste Rohfassung genau das ist: Eine Rohfassung. Sie müssen sie nicht perfekt schreiben, niemand wird Ihren Text in diesem Stadium sehen.

          12) Disziplinieren Sie sich beim Schreiben
          Manchmal muss es sein und wir müssen uns zum Schreiben zwingen, etwa weil eine Deadline in Sichtweite rückt. Das beste Mittel gegen Schreibblockaden ist das Schreiben. Setzen Sie sich hin und versuchen Sie sich laut zum Schreiben zu treiben. Legen Sie fest, wie lange Sie schreiben wollen und wie viele Pausen Sie planen. Stellen Sie sich für die Schreibzeit eine Stoppuhr und versuchen Sie, in dieser Zeit wirklich zu schreiben. Falls es nicht gelingt, dann sitzen Sie Ihre Zeit ab. Erlauben Sie sich keine Vermeidungshandlungen. Ich empfehle hier das Schreiben in 20 Minuten Blöcken.

          13) Regelmäßig schreiben
          Professionelle Autoren und Vollzeitautoren kennen dieses Geheimnis. Sie schreiben täglich, zu möglichst festen Zeiten, an einem festen Ort eine feste Anzahl von Seiten oder Wörtern. Und sie leiden im Normalfall weniger unter Blockaden. Die Routine sorgt dafür, dass der Kopf genau in diesen Zeiten auf Kreativität schaltet, weil er darauf regelrecht programmiert wurde.
          Versuchen auch Sie es mit einer Schreibroutine. Was am Anfang noch schwer erscheint, geht nach wenigen Wochen wie von selbst und Sie generieren eine immer größere Menge an Text.

          14) Eine Deadline setzen
          Vielleicht kennen Sie das: Wochenlang haben Sie kaum etwas geschafft und plötzlich, als der Abgabetermin direkt bevorstand ging alles ganz schnell und der Text war fertig. Unter Zeitdruck können viele Menschen sehr gut arbeiten. Zeitdruck kann so auch Schreibblockaden lösen.
          Setzen Sie sich eine Deadline. Wenn das noch nicht an Druck ausreicht, erzählen Sie Freunden davon oder versprechen Sie, den ersten Entwurf dann vorzuzeigen.

          15) Beginnen Sie mittendrin
          Besonders der Gedanke an den "perfekten ersten Satz" kann stark hemmen. Halten Sie sich damit gar nicht auf. Beginnen Sie einfach irgendwo in der Mitte, an einer Stelle, für die Sie grade tolle Ideen haben, bei der Ihnen sofort etwas einfällt. Niemand sagt, dass Sie den Anfang auch als erstes schreiben müssen.
          Dies ist besonders leicht, wenn Sie den Text vorher genauer geplant haben. Dann können Sie sich ihre Liste von Kapiteln und Szenen anschauen und sich eine herauspicken, auf die Sie grade Lust haben. Die Feinabstimmung der Szenen kommt später mit der Überarbeitung des ganzen Textes.

          16) Warmschreiben mit anderen Texten
          Oft ist es schwer, sich direkt nach der Arbeit oder dem Haushalt hinzusetzen und am Manuskript zu schreiben. Hier kann das Warmschreiben mit anderen Texten helfen diese Hürde zu überwinden und in den gewohnten Schreibrythmus hineinzufinden.
          Sie können es mit Free Writing versuchen, bei dem es nur darum geht fünf Minuten ohne Pause niederzuschreiben, was Ihnen durch den Kopf geht. Oder Sie nutzen einen der vielen Writing Promts, die es zahlreich im Netz gibt.
          Sie können aber auch parallel an einem anderen Werk arbeiten, wenn Sie blockieren. Wer viel schreibt, arbeitet manchmal an verschiedenen Texten. Auch hier gibt es keine Regel, die besagt, dass erst ein Text abgeschlossen sein muss, bevor Sie mit dem nächsten beginnen können. Hakt es bei dem einem Text, wechseln Sie die Materie und widmen Sie sich einem anderen. Natürlich sollten Sie hier nicht zwischen unzähligen Texten hüpfen, zwei verschiedene Projekte reichen für diese Methode aus.

          17) Nutzen Sie Kreativitätstechniken
          Wer blockiert ist, kann seinem Köpfchen mit Brainstorming, Mind-Maps, der Gegenteilmethode oder der Walt Disney Methode auf die Sprünge helfen. Solche Techniken helfen dabei, neue Ideen zu entwickeln oder die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen. Es gibt eine Menge davon.
          Einige der bekanntesten und beliebtesten Kreativitätstechniken werde ich Ihnen hier auf FederKiel demnächst vorstellen.

          18) Lesen Sie andere Texte
          Lesen kann nicht nur Ihre Sprache verbessern, es kann auch Blockaden lösen. Andere Texte zu lesen kann inspirieren und je nach Genre und Stil dabei helfen, einen Einstieg in seinen eigenen Text zu finden. Lesen Sie sich in Ihr Genre ein, wenn es bei Ihnen hakt, und lassen Sie sich von Ihren Kollegen in die passende Stimmung versetzen. Es geht dabei nicht um Ideenklau, sondern darum, dass Sie Ihren Text weiterschreiben können.

          19) Schreiben Sie zusammen mit anderen
          Egal ob es sich dabei um eine richtige Schreibwerkstatt mit Coach handelt, oder um Ihre kleine Schreibgruppe mit Freunden, versuchen Sie es einfach mal, zusammen mit Anderen zu schreiben und zu planen. Andere Autoren können neue Ideen, Anregungen und Sichtweisen ergeben und es macht eine Menge Spaß.

          20) Erzählen Sie jemandem die Geschichte
          Wenn Sie es sich zutrauen, erzählen Sie einer lieben Person die Geschichte, die Sie schreiben wollen. Es hilft dabei, die Idee aus dem Kopf und in eine interessante Reihenfolge zu bringen. Das Gefühl für die eigene Geschichte wächst. Sie bekommen vielleicht Lust, die Geschichte aufzuschreiben, wenn Sie die spannenden Momente laut hören. Sie können hier auch ein Diktiergerät mitlaufen lassen, falls sich tolle Ideen und Formulierungen ergeben.

          21) Machen Sie Ihrem Ärger Luft 
          Manchmal hilft es nur noch den Ärger rauszulassen. Erzählen Sie Freunden von der Blockade, schimpfen Sie laut. Oder nehmen Sie sich ein Stück Papier und schreiben Sie sich Ihre Wut von der Seele. Keiner wird es lesen - Schimpfwörter ausdrücklich erlaubt!

          22) Entspannungstechniken gegen Stress und Druck 
          Wenn Sie glauben, dass Ihre Blockade durch Stress verursacht wird, bieten sich Spaziergänge oder Entspannungstechniken wie Meditation oder progressive Muskelentspannung an. Beim Spazierengehen sammeln Sie zudem viele neue Eindrücke und können Ihre Beobachtungen hinterher in Notizen festhalten. Bei kompletter Entspannung, wie etwa bei der Meditation, lernen die Gedanken häufig fliegen und es werden Ihnen sicherlich ein paar neue Ideen einfallen.

          23) Achten Sie auf Ihren Biorythmus 
          Wenn Sie Abends partout nicht mehr in der Lage sind kreativ zu sein, dann schaufeln Sie sich die Zeit zum Schreiben an anderer Stelle frei. Sind Sie ein Morgenmensch, der Vormittags am meisten schafft? Viele Autoren mit Brotjob schreiben morgens vor der Arbeit ihre Seiten. Testen Sie aus, zu welcher Tageszeit das Schreiben am besten klappt. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase wird es mit dem Schreiben wieder viel besser laufen.

          24) Verschaffen Sie sich gute Laune
          Gute Laune entspannt, fördert die Durchblutung und sorgt für Glückshormone. Was wäre besser für die Kreativität? Wenn mich der Stress komplett blockiert, und als Mutter kommt das durchaus häufiger vor, dann hilft es mir zu lachen. Für diesen Fall habe ich eine Sammlung von Outtakes meiner Lieblingsserien parat. Und Schokolade.
          Lachen hilft bei vielen Problemen, nicht umsonst gibt es die Lachtherapie.
          Suchen Sie sich Bilder oder Videos, die Sie garantiert zum Lachen bringen und legen Sie sich ein Ordner dafür an. Egal ob es Helge Schneider oder eher Loriot ist, der Sie amüsiert.
          Und wenn es wirklich nicht gelingt etwas einfach gelassen zu sehen, dann versuchen Sie es mit bitterbösem, schwarzem Humor und einem Schuss Ironie. Auch das kann schon hervorragend helfen.

          25) Glauben Sie an sich und an Ihr Projekt
          Negative Gedanken haben viel Macht und prägen Ihr Handeln. Streichen Sie die Negation aus Ihren Gedanken, sagen Sie sich "Das kann ich!"
          Mit einer positiven Einstellung schreibt es sich leichter und die guten Ideen werden nicht von vornherein blockiert. Wer dabei Hilfe braucht, dem empfehle ich die vielen Motivationssprüche und Zitate über das Schreiben, die Sie schnell über eine Suchmaschine finden können. Oder holen Sie sich Beistand von einem lieben Menschen, der an Sie glaubt und es Ihnen immer wieder sagt.


          Und jetzt setzen Sie sich ran an Ihren Text!


          Sonntag, 16. November 2014

          NaNoWriMo - Update für die zweite Woche

          Die zweite Woche lief zu meinem Bedauern nicht so rund, wie ich erwartet hatte.
          Das Hauptproblem diese Woche war weniger die fehlende Zeit, (auch wenn davon noch lange nicht genug vorhanden war) als vielmehr ein Problem mit der Geschichte, die ich schreibe.
          Es hat sich eine Frage zur Zeitepoche ergeben und ich habe zu viel Zeit mit Recherche verbracht.
          Im Grunde ist Recherchezeit gut investierte Zeit, wenn es um wichtige Fragen geht, nur im NaNoWriMo ist es natürlich wenig hilfreich für den Wordcount.

          Nach dieser Woche habe ich nun für mich beschlossen, die Recherche doch eher kurz zu halten und bei der Überarbeitung des Manuskripts etwas mehr Zeit einzuplanen.

          Ein Problem, das mich länger aufgehalten hat, war meine Unsicherheit bezüglich der Zeitreise meiner Hauptfigur. Sie trifft in der Geschichte unfreiwillig einen Prinzen. Nun gestaltete es sich allerdings schwieriger als erwartet, einen passenden Prinzen in der Weltgeschichte zu finden, der in Frage kam.
          Auch wenn mein Buch ganz klar Fantasy werden soll und kein Historyschinken, so möchte ich trotzdem, dass die vorkommenden Einzelheiten geschichtlich so korrekt wie möglich sind. Das betrifft besonders Personen, Kleidung und andere Details des Alltags.

          Mir war ja schon vor dem November bewusst, dass es schwer bis unmöglich werden wird die 50.000 Wörter zu erreichen, weshalb ich auch nicht sonderlich deprimiert sind, dass ich weit zurückhänge.
          Der NaNoWriMo hat mir trotzdem schon viel gebracht.
          Ich schaffe pro Tag nun mehr Wörter, als vor dem November und auch meine Schreibprobleme haben sich in Luft aufgelöst.
          Nach der Schreibpause vergangene Woche habe ich es geschafft, meinen täglichen Output zu verdoppeln, im Vergleich zu den vorherigen Monaten.
          Dies verdanke ich ganz klar dem NaNoWriMo.

          Und so wird es für mich in den nächsten Wochen auch weniger um das Ziel der 50.000 Wörter gehen, als vielmehr darum, meinen täglichen Output nochmals zu verdoppeln.
          Für mich ein lohnenswertes und erreichbares Ziel.

          Wörter pro Tag aktuell: 1000 bis 1500 Wörter
          NaNoWordcount total: 9824 Wörter

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          NaNoWriMo Update 1: NaNoWriMo - Die erste Woche ist um
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          Samstag, 8. November 2014

          NaNoWriMo - Die erste Woche ist um

          Es ist nun eine Woche her seit dem Startschuss des diesjährigen NaNoWriMos und somit Zeit für ein erstes Update.

          Mein Start dieses Jahr war holprig. Gleich das erste Wochenende war verplant mit Familienbesuch, sowohl bei uns im trauten Heim, als auch außerhalb. Zeit zum Schreiben hatte ich nur zwischendurch hier und da mal. Große Mengen konnte ich nicht am Stück raushauen.
          Trotzdem war ich ganz zufrieden, als am Sonntag Abend der gesamte Wordcount bei 2373 Wörtern stand.

          Dann kam nun die erste Woche. Und auch sie kam mit Terminen und Hindernissen. War ja klar.
          Mein Mann saß die meisten Tage der Woche auf der Arbeit fest und mir blieben nur die kurzen Zeiten, in denen mein kleiner Schatz schlief oder sich einmal allein beschäftigte.
          Der Wordcount stieg langsam auf 3025 Wörter. Dann war erstmal Schluss.

          Kind kränkelte und Mann im Stress. Für mich hieß das erstmal: aussetzen!
          Denn, ganz klar, Familie geht für mich immer vor.

          Doch ich sehe ein Licht am Ende des Tunnels.
          Seit heute geht es dem Kleinen wieder richtig gut und der Arbeitsstress meines Mannes findet am Montag ein Ende. Dann sehe ich meine Chance gekommen, um den Großteil des Rückstands aufzuholen.

          Wordcount zum jetzigen Zeitpunkt: 3484 Wörter.

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          Mehr zum NaNoWriMo auf FederKiel:
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          Freitag, 24. Oktober 2014

          Rezension: "Zeit zum Schreiben" von Richard Norden

          Der Ratgeber "Zeit zum Schreiben" von Richard Norden holte mich sofort auf den ersten Seiten bei meinen Sorgen und Nöten ab: Keine Zeit, zu viele Aufgaben und die üblichen Methoden zur Zeitplanung funktionierten nicht richtig.

          Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass dieser Ratgeber gleich zu Beginn mit der Vorstellung aufräumt, dass Vollzeitautoren doch wohl alle Zeit der Welt zum Schreiben haben müssten.
          Er räumt auch auf mit typischen Gedanken wie "Später habe ich mehr Zeit" oder "zum Schreiben brauche ich viel Zeit am Stück und ein Landhaus in der Toskana".

          Zuerst bekam ich beim Lesen ja ein wenig Panik. Richard Norden geht gekonnt auf die Unwiederbringlichkeit der verstrichenen Zeit ein und versteht es wirklich, damit ein mulmiges Gefühl in der Magengegend hervorzurufen.
          Doch dann kommt er mit seinem Beispiel zu "Viele Wenigs ergeben ein Viel" und der schönen Überlegung, was alles noch geschrieben werden könnte, wenn ich ab heute jeden Tag an meinen Projekten weiterarbeiten würde.
          Ich begann also zu rechnen. Mit einem erleichterten Seufzer sank ich in meinem Stuhl zurück und war guter Dinge, dass da locker 20 Bücher drin sein müssten.
          Jetzt also nur noch "Zeit schaffen" dafür.

          Und schon kommt die "MEHRZEIT-Methode" daher.
          Ein verdammt gut gelungenes Akronym, ich ziehe meinen Hut vor Ihnen, Herr Norden!
          Es steht für folgende acht Schritte:
          Motivation
          Ermittlung des Zeitbedarfs
          Heutiger Istzustand 
          Reduktion
          Zeitbudget
          Einplanen
          Implementierung
          Tuning

          Die Methode ließ mich also zuerst über die Gründe nachdenken, wieso ich eigentlich schreibe und wie groß dieser Wusch tatsächlich ist. Denn ohne ausreichend Motivation kann das Vorhaben "Roman" nicht gelingen. Danach war es an der Zeit darüber nachzudenken, wie viel Zeit ich realistisch gesehen einplanen muss, um mein Ziel auch zu erreichen.

          Damit ich für diese Zeit in meinem Alltag Platz habe, musste ich mir meinen Tag genauer anschauen. Und so führte ich, wie im Ratgeber vorgeschlagen, Buch über meine Aktivitäten, um hinterher in einer Analyse meine größten Zeitfresser aufzuspüren. Mein persönlicher Zeitfresser Nr.1 ist natürlich mein kleines Kind. Das wusste ich schon vor der Auswertung und grade dieser Punkt lässt sich zur Zeit nunmal nicht ändern. Aber für dieses Problem habe ich Lösungen für mich entwickelt, über die ich an anderer Stelle ausführlicher berichten werde. Andere Zeitfresser wurden von mir enttarnt und reduziert. Genau wie Richard Norden kann ich nur empfehlen die Schere hier besonders beim Fernsehen, bei Online Games und beim Social -Media-Surfen anzusetzen. Ich habe diese Bereiche aufgegeben oder auf das für mich absolute Minimum reduziert und bin, entgegen meiner Erwartung, sehr zufrieden.

          Nun ging es nur noch darum, meine 24 Stunden auf alle wichtigen Bereiche, die übrig geblieben sind, sinnvoll aufzuteilen, ihnen feste Zeiten zuzuschreiben und dieses System dann in den Alltag zu übernehmen und nach einiger Zeit, wenn nötig, anzupassen. Hier bekam ich dann doch als Mutter die ersten Probleme. Das Einplanen fester Zeiten war nur während der Schlafenzeiten meines Sohnes möglich. Das tat ich dann aber auch. Seine Schlafenszeiten sind für mich fest und effektiv verplant. Für die Wachzeiten, die ja den größten Teil des Tages einnehmen, hat sich bei mir ein flexibler Plan bewährt. Dieser legt grobe Zeiten fest, die ich immer an die Anforderungen des jeweiligen Tages anpassen kann. Das Tuning setzt also bei mir jeden Tag von neuem an.

          Mir hat besonders die Analyse meines Alltags geholfen. Zwar wusste ich um die größten Zeitfresser, doch ein paar Kleinigkeiten waren mir nicht bewusst, bis ich sie schwarz auf weiß vor mir hatte.
          Ein anderer wichtiger Punkt des Ratgebers war für mich, das große Vorhaben "einen Roman zu schreiben" in Teilstrecken zu zerlegen, die kleiner und überschaubarer sind, und deren Zeitaufwand ich besser einschätzen kann.

          Fazit:
          Der Ratgeber "Zeit zum Schreiben" hat mir sehr gut gefallen.
          Er gibt Tipps zum Alltagsumbau und wichtige Hinweise, wo man dafür ansetzen kann.
          Anstatt nur gut gemeinte Ratschläge zu erteilen, lässt Richard Norden den Leser selbst aktiv werden.
          In einer Selbstanalyse kann der Leser ganz genau sehen, wo sich seine größten Zeitfresser verstecken. Dies führt ihm richtig vor Augen, wie er seinen Tag verbringt und lässt keinen Platz mehr für Ausreden.
          Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der Probleme hat, das Schreiben in seinen Alltag zu integrieren und häufig denkt "Zum Schreiben habe ich keine Zeit".
          Die Zeit, die man für "Zeit zum Schreiben" investieren muss, bekommt man um ein vielfaches wieder zurück.

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          Rezension zu Schreibratgebern auf FederKiel: Schreibratgeber

          Mehr zum Thema Zeit auf FederKiel:
            Bloggen - verlorene Schreibzeit oder sinnvolle Beschäftigung?
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              Freitag, 22. August 2014

              Schreibtagebuch Eintrag 13: Das Schreiben und die liebe Zeit

              Es war einmal vor langer, langer Zeit, da gab es hier das letzte Update. Und dann wurde es still.

              Es wurde still im Blog, es wurde still auf Facebook und etwas stiller auf Twitter.
              Irgendwo musste ich mir etwas Zeit einsparen, denn im Alltag ging mir immer mehr davon verloren.
              Schreibzeit wollte ich nicht opfern, Lesezeit auch nicht und die Zeit für meinen Sohn kam gar nicht in Frage.
              Also mussten meine Onlineaktivitäten herhalten.


              Leicht war es nicht, ich habe mich schuldig gefühlt. All die Blogposts, die nur darauf warteten, von mir fertig geschrieben zu werden... ich hörte sie weinen. Aber die Zeit zum eigentlichen Schreiben war wichtiger.
              Denn was ist schon ein Schriftsteller, der nicht schreibt?

              Ich dachte nun, ich melde mich mal wieder mit einem Eintrag des Schreibtagebuchs. Dem verflixten 13. auch noch. Bestimmt lag es nur daran...

              Ich werde ja regelmäßig gefragt, wann denn ein Buch von mir fertig geschrieben ist und erscheint.
              Ich möchte da auf die herrlichen Worte verweisen: "Es ist fertig, wenn es fertig ist."
              Damit meine ich ja nicht nur das Schreiben der Rohfassung. Die wird von mir nicht einfach auf Papier geklatscht und in ein Ebub gequetscht.
              Nach dem Schreiben kommt das Korrigieren und Editieren dran. Auch das braucht Zeit.
              Und dann bleibt natürlich noch die Frage, ob ich es am Ende zuerst ein paar Verlagen anbieten will, oder selbst verlegen. Doch auch das will vorbereitet sein.
              Also, nur Geduld!

              Neben den Romanen zaubere ich zur Zeit Illustrationen für ein Kinderbuch. Das macht besonders viel Spaß und ich hoffe ab nächstem Jahr auch welche für andere (Kinderbuch-)Autoren machen zu können.

              Der Plot meines kurzen Zeitreiseromans bekommt den letzten Schliff, gefällt mir nun sehr gut.
              Ich weiß ja, dass viele gern vom Krimi hören möchten, aber da gibt es nichts Neues. Der Stand ist weiterhin: Ich bin dabei ihn komplett umzuschreiben und teste aktuell zwei Varianten.

              Urlaub in Dänemark und die Sommerferien meines Mannes sind nun um, und ich bin wieder fleißig.

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              Hier geht es zu Eintrag 12: Schreibtagebuch Eintrag 12: Cover Sneak Peek zu "Glutrot" und das Brechen von Regeln

              Zum Anfang: Schreibtagebuch Eintrag 1: Das Schreibtischchaos
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              Sonntag, 16. März 2014

              Schreiben üben nah am Roman


              Genau so wie ich, trauen sich viele Schreiberlinge zu Beginn nicht so recht an ihren „großen Roman“.
              Es erscheint ihnen zu schwer, zu lang, zu recherchelastig oder sie haben Angst ihre große Idee schlicht zu versauen.

              Da hilft nur üben.
              Am besten sogar erstmal nur für sich selbst.




              Muss ja auch keiner sehen, das olle Geschreibsel. Es schreibt sich auch viel lockerer, wenn man sich den Gedanken einprägt, dass es auf keinen Fall von jemandem gelesen werden wird. Falls es doch gut ist, kann man sich hinterher ja noch anders entscheiden. Aber für den Anfang gilt: Was ich hier schreibe, ist geheim!

              Wie schön wäre es aber, wenn sogar das Üben noch etwas beiträgt zum großen Roman?
              Wie das gehen soll? Ganz einfach:
              Eine Kurzgeschichte zur Hauptfigur, eine Erzählung aus der Kindheit einer wichtigen Nebenfigur, eine ausführliche Beschreibung der wichtigen Schauplätze oder man schreibt sich eine komplette Fantasywelt zusammen, wenn man eh vor hat einen Fantasyroman zu schreiben.

              Diese ganzen Fingerübungen kann man manchmal später noch nutzen. Als Rückblende im Roman, als Anhänge oder als kostenlose Leseproben auf der Homepage, die dann gleich Lust auf das zugehörige Buch machen.

              Und wenn man dann das Gefühl hat, für seinen Roman schon etwas „gemacht“ zu haben, dann ist der Schritt zum ersten Kapitel nicht mehr so groß und einschüchternd wie zuvor.

              Wer immer noch Ideen braucht, hier ein paar Anregungen:
              • Schreibe über ein wichtiges Erlebnis aus der Kindheit deiner Hauptfigur. Vielleicht ein Unfall, oder ein besonders schöner Familienausflug.
              • Welcher Ort ist besonders wichtig in deiner Geschichte? Beschreibe ihn so genau, wie du nur kannst.
              • Wenn deine Charaktere Social Media nutzen würden, welche Plattform würden sie wählen? Was würden sie dort schreiben? Erzähle davon.
              • Beschreibe deinen Hauptcharakter beim täglichen Einkauf. 
              • Beschreibe das Schlafzimmer eines Charakters in fünf Sätzen.
              • Beschreibe die Welt deines Romans mit Einbezug der fünf Sinne. 
              • Überlege dir die drei schlimmsten Dinge, die deinem Hauptcharakter zustoßen könnten. Schreibe eine Kurzgeschichte, in der genau diese drei Dinge passieren.
              • Schreibe eine Szene mit viel Dialog, in der dein Protagonist und dein Antagonist sich beim Kaffee/Teetrinken gegenübersitzen und reden.
              • Schreibe über die Musik, die dein Antagonist gern hört und wieso er diese Art Musik mag.

              Dienstag, 11. März 2014

              Schreibtagebuch Eintrag 11: Das Monster unter meinem Bett


              Nachts wach im Bett zu liegen ist nicht nur ein Ärgernis, sondern auch äußerst gefährlich.

              Zumindest, wenn man Autor ist.

              Oder zumindest bei mir.





              Die Dunkelheit und diese herrliche Stille sorgen dafür, dass meine Sinne nicht übermäßig strapaziert werden und mein Kopf sich beruhigen kann.
              Anfangs ist das noch ganz schön. Meine Gedanken beginnen zu wandern, entspannt lasse ich sie gewähren, doch dann ist sie plötzlich da:

              Die neue Idee.

              Halb Engel, halb Dämon steht sie vor mir.
              Als wäre das Monster unter meinem Bett hervorgekrochen um mich anzufallen.
              Und diesem Monster ist es vollkommen egal, dass ich eigentlich grade an etwas ganz anderem arbeite.
              Es will Aufmerksamkeit, und zwar jetzt gleich.
              Zugegeben: Ich bin auch nicht sonderlich gut darin, das Monster in seine Schranken zu weisen, oder in seinen Käfig, wenn man so will.
              Ich spinne einfach zu gern Geschichten, um bei so einer Chance Nein sagen zu können. Besonders nachts im kuschelig warmen Bett.

              So beginnt es dann.
              Zuerst verschwende ich meist um die 20 Minuten damit, die Idee ganz grob zu umreißen, sagen wir, einen ganz groben Plot zu entwickeln. Dieser hat sogar hin und wieder noch kein Ende. Es sind meist nur so 3 bis 5 Sätze, die mir vorschweben.
              Dann gehen weitere 10 Minuten drauf, um die Figuren mit (vorläufigen) Namen zu bestücken, sonst wird mein Kopf beim Gedankenschreiben immer abgelenkt von dieser Umgewissheit.
              Plötzlich habe ich gar keine Lust mehr zu schlafen. Grinsend und im Geiste vor mich hinredend liege ich da und genieße mein Kopfkino.
              Als nächstes pickt sich mein Hirn eine der Kernszenen raus, die ich mir für die Geschichte überlegt habe und beginnt sie zu formulieren. Hier beackert es nun zum Teil fünf Sätze für locker 10 Minuten, fügt Nebensätze ein, streicht andere, stellt die Satzteile so lange um, bis es sitzt.

              Irgendwann, meist nach der Pipi-Pause, fällt mir auf, wie viel Schlafenszeit ich schon mit Wachliegen verbracht habe und ich sage mir, dass ich dringend mal die Augen schließen und ins Traumland segeln sollte.
              Doch eine andere Stimme wird laut. Sie erinnert mich daran, dass ich nach dem Aufwachen am nächsten Tag sicherlich tolle Formulierungen vergessen haben werde.

              Also Notizbuch geschnappt und rein mit dem Text.

              So wurde nun ein neues Monster geboren. Es ist klein und süß, mit viel Feuer und Regen. Ein Fantasy-Monster, mal wieder. Und es hat eine Geschichte zu erzählen, die Geschichte von Ria.

              Hier ist es also, das jüngste Monster im Hause Kohrt, darf ich vorstellen:  Die Glutrot-Saga

              Mehr dazu, wenn wir uns näher kennengelernt haben.

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              (Endlich bin ich mit den Einträgen des Schreibtagebuchs in der "Gegenwart" angekommen, habe also die letzten Monate aufgeholt und es wird von nun an kein Datum bei den Überschriften gebraucht. Dafür könnten die Einträge nun etwas kürzer ausfallen, gehen sie doch jetzt immer ganz aktuell online.)
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              Hier geht es zu Eintrag 10: Schreibtagebuch Eintrag 10: Klappentexte und Kurzgeschichten

              Zum Anfang: Schreibtagebuch Eintrag 1: Das Schreibtischchaos
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               Tipps zur Ideenfindung auf FederKiel:
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              Freitag, 31. Januar 2014

              Schreibtagebuch Eintrag 7: Hallo Schreibblockade

              Februar 2011

              Ich komme einfach nicht voran.
              Seit Tagen sitze ich mit Stift und Notizzetteln über den zwei großen Papierbögen, auf die ich den Plot und das Brainstorming für weitere Ideen gepinselt habe.

              Um mich herum türmen sich zerknüllte Notizzettel auf und bilden zusammen mit den Schokoriegeln eine idyllische Berglandschaft.



              Ich habe bereits Mind Maps angelegt, Zeitung gelesen, deprimierende Nachrichten geschaut und bin in meinem Umfeld auf Ideenjagd gegangen. Doch der Erfolg blieb aus, nahrhafte Beute für meine Geschichte habe ich nicht gemacht.

              Meine Verzweiflung trieb mich bereits in die Stadtbücherei, wo ich Romane durchblätterte, in der Hoffnung, eine tolle Idee klauen zu können. Einige Ideen waren durchaus gut, doch allein der Gedanke, sie einfach so zu verwenden, ließ mich meine Notizen vor Scham in den nächsten Mülleimer werfen.

              Meine Abende verbringe ich nun damit, in meinem Manuskript zu blättern und das bereits vorhandene Material zu editieren. Irgendwas muss ich ja tun.

              Aber mein Problem scheint sich nicht nur auf das Schreiben zu beschränken.
              Es wird immer deutlicher, dass mich eine gewaltige Kreativitätsblockade erwischt hat.
              Die Ideen für meine Zeichnungen und Comics gehen mir ebenfalls aus.
              Bis jetzt habe ich mich gezwungen es weiter zu versuchen. Ich habe mich zum Zeichnen gezwungen, ich habe mich zum Plotten und Schreiben gezwungen.
              Die Ausbeute ist mager, die Qualität mehr als schlecht und meine Laune wird sicherlich bald einen neuen Tiefpunkt erreichen.

              Es ist wohl an der Zeit, sich mit dieser Blockade zu beschäftigen.

              Heute ist ein kalter Wintertag, draußen stürzt grade der Himmel auf die Erde herab und ich kuschel mich mit Decke, Wärmflasche, Tee und Notizbuch auf mein geliebtes Sofa.
              Ich möchte meine Gedanken zu einigen Fragen notieren, um meinem Problem näher zu kommen.
              Was passiert grade bei mir?
              Wie geht es mir?
              Was erwarte ich von mir?
              Wieso schreibe ich?
              Welche äußeren Begebenheiten beschäftigen mich?

              Am Ende steht die Frage, wie all diese notierten Dinge mit der Blockade zusammenhängen können.
              Nach vielen Seiten voller Durcheinander ist im Grunde alles ganz einfach:

              Ich habe zur Zeit keine Freude mehr an meinem Studium und stelle meinen Entschluss für diesen Berufszweig in Frage. Eigentlich will ich doch ganz andere Dinge tun, doch das habe ich viel zu spät verstanden. Finanziell könnte es besser aussehen, privat könnte ich glücklicher sein. Ich erwarte viel von mir, zu viel, und bin eigentlich dauerhaft von mir selbst enttäuscht. Dazu kommt noch der Gedanke, auch meine Eltern nicht enttäuschen zu wollen. Ich schreibe, um mich besser zu fühlen, fühle mich aber gleichzeitig schuldig, da das Schreiben mir Zeit zum lernen für die Uni nimmt und ich eh glaube, nie was veröffentlichen zu können. Mein Kopf ist voller negativer Gedanken und auch mit den diversen Arztbesuchen beschäftigt, da ich gesundheitlich die Arschkarte gezogen habe.
              Im Grunde geht es mir zur Zeit also ziemlich scheiße.

              Kein Wunder, dass mich der große Geistesblitz nicht anspringt.
              Bewusst wahrgenommen habe ich das Ganze nicht.

              Ich lege mein Notizbuch zur Seite, schalte den Fernseher ein und gönne mir entspanntes Nichtdenken.
              Ich weiß, dass es nun darum geht, meine Probleme anzupacken und ich weiß auch, dass das alles andere als leicht wird.

              Das Projekt "Roman" muss erstmal zurückstehen, bis sich der Knoten löst. Doch sicher nicht für immer.

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              Hier geht es zu Eintrag 8: Schreibtagebuch Eintrag 8: Die erlösende Lösung
              Hier geht es zu Eintrag 6: Schreibtagebuch Eintrag 6: Die Jagd nach dem Plot

              Zum Anfang: Schreibtagebuch Eintrag 1: Das Schreibtischchaos
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              Mehr zum Thema Schreibblockade auf FederKiel:
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              Freitag, 24. Januar 2014

              Verlorene Geschichten? - Zitat der Woche


              "There is no greater agony than bearing an untold story inside you." ~ Maya Angelou

              Mal davon abgesehen, vor welchem Hintergrund dieses Zitat entstand und von welchen schrecklichen Geschichten dieses Zitat eigentlich spricht, so drückt es doch ganz vorzüglich aus, was viele Schreiberlinge immer wieder fühlen.


              Auch mich peinigen nicht erzählte Geschichten. Sogar sehr. Sie wollen raus, sie wollen leben. Doch für einige habe ich nicht die Zeit und für andere nicht die Möglichkeiten, sie frei zu lassen. Wie in dem Post "Warum schreibe ich?" schon erwähnt, bringen mich feststeckende Geschichten schier zum überkochen! Und da ich unmöglich alle Hirngespinste immer zu Papier bringen kann, köchel ich ständig auf kleiner Flamme vor mich hin.

              Wenn dieses Zitat also zutrifft, vielleicht ist dann auch das Gegenteil wahr. Vielleicht gibt es keine größere Freude, als seine Geschichten frei zu lassen, in die Welt zu lassen und sie zu teilen, mit Menschen, die sie hören wollen. Und ist das nicht der eigentliche Grund wieso wir es tun? Wieso wir schreiben? Um Geschichten zu erzählen, die gehört werden wollen?

              Wir alle haben Geschichten zu teilen. Einige tun es ganz privat, andere schicken ihre Geschichten raus in die Welt, mit ihren gedruckten Namen darauf. Und wenn wir kein Auslassventil für unsere Geschichten haben, dann können sie durchaus zur Qual werden.
              Wie viele Geschichten gehen verloren, weil manche nicht die Möglichkeit haben sich auszudrücken, oder weil ihnen niemand zuhört. Es gibt Millionen wunderbare unbekannte Geschichten. Bedeutet das, dass Millionen Menschen in versteckter Qual leben? Sie tun es tatsächlich, doch meist sehen wir da keine Verbindung zu einem Fehlen der Möglichkeit, ihre Geschichte erzählen zu können. Doch vielleicht gibt es da eine.

              Es gibt Bücher, die ich niemals schreiben konnte.
              Ich nenne sie gern die verlorenen Bücher. Ich habe eine Idee davon, was es für Bücher hätten werden sollen, aber dann gab es irgendwo den Punkt, wo etwas nicht passte oder ich nicht im entferntesten das nötige Fachwissen hatte oder auch schlicht nicht in der Lage war, über eine bestimmte Sache zu schreiben.
              Und so habe ich die Ideen fallengelassen.
              Manchmal bediene ich mich beim Schreiben meiner aktuellen Geschichten bei Einzelheiten dieser alten Ideen.  Es gibt unter ihnen aber auch jene, die mir nach wie vor sehr am Herzen liegen und die in meinem Kopf weiterhin herumgeistern.
              Ich hoffe, dass es mir eines Tages gelingt, eine Möglichkeit zu finden, sie doch noch zu Papier zu bringen.



              Freitag, 10. Januar 2014

              Schreibtagebuch Eintrag 6: Die Jagd nach dem Plot

              Dezember 2010

              Langsam steigt der Dampf meines Tees aus dem Becher neben mir empor und ich starre auf das meditative Blinken des Schreibcursor. Meine Finger finden den Weg zur Tastatur, setzen an und ziehen sich dann scheu wieder zurück.

              Ich stecke im ersten Kapitel.
              Ich stecke zwischen zwei Szenen.
              Ich stecke fest.


              Es ist ein Gefühl, wie zu Anfang des Buches, bevor ich den ersten Satz schrieb, doch irgendwie auch ganz anders. Ich habe einen Plot, ich habe die Ratgeber gelesen... und ich habe keine Ahnung, was ich hier grade tue.
              Was will ich denn in der Geschichte als nächstes passieren lassen? Ich weiß, was ich langfristig vor hatte, wo meine Figur in ein paar Kapiteln sein sollte, doch was jetzt genau als nächstes geschehen soll, habe ich mir weder überlegt, noch kommt die Idee nun von allein angeflogen, wie ich es sonst bei der Ideenfindung gewohnt bin.
              Was ist los? Falle ich grade durch die Maschen meines zu grob gestrickten Plans? Stolpere ich nun in meine Plotlöcher hinein und verliere den Schwung?

              Ich erinnere mich an einen Ratschlag, den ich gelesen habe. Er besagt, dass man versuchen soll an einer anderen Stelle weiterzuschreiben, wenn man an der aktuellen überhaupt nicht mehr weiter kommt.
              Das klingt viel versprechend, diesem Rat möchte ich jetzt folgen. Ich habe da so eine Idee für eine Szene, eine gute Szene.

              Ich tappe ein paar Zeilen runter und fange an zu tippen. Es läuft flüssig. Das Treffen der Figuren geht mir gut von der Hand und der erste Wortwechsel ist herrlich lebendig. Und dann nach einem weiteren Absatz ist der längere Dialog da. Das Gespräch, über die Dinge, die passiert sind. Was nun? Ich kann keinen Dialog über Szenen schreiben, die noch gar nicht existieren, deren Inhalt ich gar nicht kenne. Ich könnte das Gespräch als Versuch wahrnehmen, herauszubekommen, was vorgefallen ist. Doch die Ideen spielen Verstecken mit mir.
              Ich stecke wieder fest.

              Nach einem tiefen Seufzer trinke ich den letzten Schluck meines mittlerweile kalten Tees. Der bittere Geschmack verschmilzt perfekt mit meiner Stimmung.

              Ich könnte nun weitere Inselchen aufbauen. Am Ende habe ich dann viele kleine Szeneninseln in meinem Romanmeer, so ganz allein, ohne Brücken oder Fährverbindungen, einsam daliegend und darauf wartend, mit anderen Inseln zusammen einen Kapitelkontinent zu bilden.
              Es wird Zeit für Neulandgewinnung, ich muss den Verlandungsvorgang zum Laufen bringen.
              Mit anderen Worten: Ich brauche wohl doch einen dichteren Plot.

              Zum ersten Mal habe ich etwas über mich als Schreiber gelernt.
              Ich bin wirklich kein Drauflosschreiber.
              Ich bin ein Planer.

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              Freitag, 27. Dezember 2013

              Schreibtagebuch Eintrag 5: Aller Anfang...

              November 2010
              Recherche ist in der heutigen Zeit ziemlich einfach, dank Google und Co. So verbringe ich nun Stunden damit, für mich relevante Suchbegriffe in den bodenlosen Schlund von Google zu werfen und zu lesen, und zu lesen, und zu lesen und zu notieren.
              Ab einem gewissen Punkt finde ich es dann doch leichter, mir in meinen Lesezeichen einen eigenen Ordner zum Buch anzulegen. Innerhalb kürzester Zeit ist dieser auch gut gefüllt.

              Also ran ans Werk.


              Ich lege mir ein neues Dokument an. In dieses möchte ich alles Wichtige notieren, das mir zu meinen Figuren einfällt. Ich schreibe los. Zu meiner Hauptfigur habe ich einen besonderen Draht, ich weiß von ihr alles, wie von einem guten Freund. Vom Aussehen, über ihre Kindheit bis zu ihren Wünschen und Ängsten. Bei anderen Figuren fällt der Textabschnitt weit kürzer aus. Ich frage mich: Kenne ich meine Figuren überhaupt? Es muss ja jetzt noch nicht vollständig sein. Hauptsache, ich habe erstmal alles aus meinem Kopf raus und schaffe Platz für neue Ideen zur Handlung.

              Ich eröffne ein weiteres Dokument. Es trägt den bedeutenden Namen: Plot. Ich halte einen Moment inne und starre auf den Titel. Mir wird in diesem Moment bewusst, wie wichtig diese Datei in der Zukunft für mich werden wird, trägt sie doch das gesamte Gewicht des Romans auf ihren Schultern.
              Der Plot muss gut werden, plausibel, spannend, voller Bewegung.
              Ich schreibe alle Ideen nieder. So viele Anmerkungen, wie ich nur kann und ordne sie ganz sorgsam nach dem Zeitverlauf. Und siehe da, erste Lücken! Doch ich möchte es dabei belassen und diese Lücken beim Schreiben füllen. Also zurück zum ersten Satz.
              Ich öffne das alte Manuskript und tippe den Namen der Hauptfigur ein. Der Rest des ersten Satzes folgt sofort. Eine kurze Beschreibung der Szenerie, ich lasse meine Figur handeln, und schon ist der erste Absatz fertig. Selig und mit einem Lächeln auf den Lippen überfliege ich mein Werk. Gefällt mir. Auf zum nächsten Absatz!

              Der Wald. Ja, wie beschreibe ich denn nun diesen Wald?
              Ich schließe kurz die Augen und versetze mich noch etwas mehr in die Szene.
              Wunderbar, mir fehlen die Worte. Bin ich jetzt etwa an die Grenzen meines Wortschatzes gestoßen? Und das im ersten Kapitel, klasse.
              Ich beschließe, es wird Zeit für eine Pause.
              So stapfe ich in die Küche, werfe den Wasserkocher für eine Tasse Tee an und schaue auf die Uhr. Schon so spät?
              Zum erstem Mal in diesem Schreibprozess überkommt mich der Gedanke, dass ich dieses Buch nie zu Ende bringen werde, weil ich schlicht vorher an diversen Altersgebrechen sterbe.
              Also lieber keine Zeit verlieren. Tee geschnappt und ab an den Schreibtisch.
              Wo war ich noch gleich? Richtig, der Wald.
              Ich entscheide mich für eine recht klischeebehaftete Beschreibung und setze, zum späteren Überarbeiten, meine erste rote Markierung. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich noch nicht, dass im Verlaufe der Arbeit noch viele, viele von ihnen folgen sollten.

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              Mittwoch, 25. Dezember 2013

              Sind wir alle Masochisten? - Zitat der Woche


              "Writing is hard" sind bekannte und viel zitierte Worte.

              Hunderte Schriftsteller füllen ihre Biographien, Blogs und Interviews mit den Erzählungen darüber, wie schwer das Schreiben ist. Es wird gestöhnt und gejammert über all die Qualen, die diese Arbeit mit sich bringt. Man sagt z.B. von Thomas Mann, dass er Stunden gebraucht hat um zehn Zeilen Text zu gestalten.


              Und doch, fragt man sie danach, wieso sie schreiben und was das Schreiben für sie bedeutet, sind sie voller Liebe und Entzücken. Ja, das Schreiben sei für manche gar das Schönste der Welt.

              Was sind das also für masochistische Anwandlungen?

              Wenn das Schreiben so hart ist, wieso schreiben wir dann überhaupt? Viele sagen, sie schreiben, weil sie schreiben müssen. Würden wir es also lassen, wenn wir könnten?

              Ich kann für mich behaupten, ich könnte es lassen. Ja, ich habe es sogar einmal für Jahre gelassen. Allerdings ging es mir im Zuge dessen nicht mehr besonders gut. Es geht also vielmehr um das Wählen zwischen zwei verschiedenen Arten von Qual.
              Ich persönlich entscheide mich dann doch lieber für die Qual, die auch noch eine Erfüllung mit sich bringt, und schreibe.

              Bin ich also Masochist? Vielleicht. Womöglich ein Schreibmasochist.



              Montag, 23. Dezember 2013

              Dazugehören oder Ich selbst sein?

              Wenn ich mir anschaue, was die vielen Autoren so präsentieren in ihren Blogs, auf ihren Facebookseiten oder auch auf Twitter, dann fällt mir da schnell etwas auf: Es ist irgendwie alles das Gleiche.

              Natürlich gibt es Ausnahmen, hier und da sticht tatsächlich mal einer hervor, aber im Großen und Ganzen sehe ich überall die gleichen Badges und Banner, die gleichen Blogtouren oder auch immer wieder gleiche Challenges.



              Ich komme nicht umhin, mich zu fragen: Muss ich das auch? Will ich das auch?

              Natürlich möchte ich dazu gehören und diese Dinge scheinen allgemein akzeptiert und Erfolg versprechend zu sein. Aber birgt diese Einheitlichkeit nicht die Gefahr, in einem großen Becken voller austauschbarer Schreiberlinge unterzugehen?
              Will ich austauschbar sein? Sicherlich nicht. Ich will ich sein. Wenn der Erfolg als Autor abhängt von unserer Individualität, unserem Wiedererkennungswert, wieso benehmen wir uns dann online wie uniformierte Lemminge?

              Ich will damit nicht sagen, dass ich all die genannten Dinge schlecht finde oder niemals versuchen möchte. Sicherlich werde ich auch an so manchem meinen Spaß finden, mitmachen, promoten. Aber es muss sich nach mir anfühlen.

              Das Beste ist und bleibt doch, authentisch zu sein und zu tun, was man liebt, dann werden sich auch Leute dafür interessieren.

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              Montag, 9. Dezember 2013

              Schreiben nach der Schreibblockade

              Wie ich bereits hier erzählte, hat sich bei mir vor kurzem, durch einen glücklichen Umstand, die schon länger anhaltende Schreibblockade gelöst. Doch das heißt noch lange nicht, dass wieder alles vollkommen problemlos läuft.
              Eine lange Pause hinterlässt Spuren.
              Eine lange Pause ist der Erzfeind eines jeden Schreiberlings.
              Man ist raus aus dem Rythmus, raus aus der Stimme, raus aus der Story.
              Wie findet man jetzt wieder zurück?


              Bestes Mittel: Schreiben!
              Der Anfang wird sicherlich nicht sehr ergiebig sein, die Sprache ist wackelig, die Ideen stocken. Wichtig ist hierbei einfach, nicht panisch oder frustriert aufzugeben und sich keine großartigen Ziele zu setzen.
              Um wieder zum flüssigen Schreiben zurückfinden zu können ist es leichter, zuerst ein paar kleinere Texte zu schreiben und sich nicht sofort wieder in den großen Roman zu verbeißen. Die nächste Schreibblockade wartet sonst schon hinter der Ecke auf ihr angeschlagenes Opfer.
              Emails, Blog Posts oder Kurzgeschichten bieten sich besonders an. Wenn die Worte ersteinmal wieder fließen, dann ist die Zeit gekommen, um das Manuskript des Romans zu öffnen.

              Auch, wenn es schwer ist: Lesen!
              Vielleicht hat man ein paar Kleinigkeiten des Plots vergessen, vielleicht sogar, wo man mit dem Schreiben aufgehört hat. Vielleicht ist man überrascht, wie spannend man seine Geschichte findet, vielleicht auch peinlich berührt vom vielen Mist, den man geschrieben hat. Wenn das Bedürfnis da ist, es zu überarbeiten und es bringt einen zum schreiben, sollte man es tun. Ansonsten fängt man halt irgendwo an. Egal wo, egal welche Szene, solange es einen in die Geschichte zurückbringt. Immer daran denken: Es muss jetzt noch nichts perfekt sein.

              Wichtig ist außerdem, den nächsten Tag weiter zu schreiben, damit die viele Arbeit nicht umsonst war.
              Die Bequemlichkeit ist ein heimtückisches Monster, das die neue Routine mit einem einzigen Happs verschlingen kann.

              Freitag, 6. Dezember 2013

              Das Projekt "Roman" und das Ende der Schreibblockade


              Einen Roman zu schreiben ist ein Riesenprojekt.
              Zwei Mal habe ich mich bereits an dieses irre Vorhaben gewagt und bin nicht bis zum fertigen Roman gekommen. Beim ersten Versuch 2002 war ich 16 Jahre alt und bemerkte früh, dass ich ohne vorher ausgearbeiteten Plot schnell an meine Grenzen stieß. Ein Blick zurück zeigt mir heute außerdem, dass die Geschichte von damals zu wenig Konflikt und dafür zu große Plotlöcher besaß.
              Der zweite ernsthafte Versuch lief 2008 mit den ersten Notizen an und in den zwei Folgejahren entstanden die ersten Kapitel meines Kriminalromans.



              Und plötzlich ging nichts mehr.
              Ich würde es weniger als Schreibblockade bezeichnen, sondern mehr als Kreativitätsblockade, denn nicht nur das Schreiben fiel mit schwer, auch das Zeichnen ging nur mühsam von der Hand.
              Zu Beginn versuchte ich es trotzdem weiter und las eine Menge über Krimis, um die Ideenströme zum fließen zu bringen. Doch es tat sich nicht viel. 

              Und so ist das große Projekt "Roman" im Schrank verschwunden. Bis jetzt.
              Überdrüssig der Stagnation in meinen kreativen Tätigkeiten, fing ich an eine Liste zu schreiben. Eine Liste voll mit all den Ideen, an die ich mich noch erinnern konnte, die ich nie niedergeschrieben oder umgesetzt hatte. Eine sehr lange Liste, wie sich schnell zeigte. Und es blieb nicht nur bei diesen Ideen, es kamen nun noch neue hinzu. Ich schrieb und schrieb für Stunden. 
              Eine dieser vielen kleinen Ideen fing dann an zu leuchten. Wie ein interessantes Licht im Dunkeln, zu dem man immer wieder hinschauen muss. Aus dieser vagen Idee eines Nachmittags wurde, wie von selbst, eine ganze Buchvision. Und ich mag sie.
               
              Mögen die Ideen fließen, die Blockade sich fernhalten und die Charaktere zum Leben erwachen.

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              Montag, 2. Dezember 2013

              Schreibtagebuch Eintrag 3: Der erste Satz

              Juli 2010
              Womit fange ich nun an? Was braucht mein Buch alles?
              Ich drehe mich um und schaue in mein Regal. Einen Buchtitel, natürlich!
              Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich schon mal einen Titel für das Buch hatte.
              Nach kurzer Überlegung fällt mir der Titel wieder ein, und auch der Grund, warum ich ihn vergessen hatte : Er war schlecht.
              Schön, für einen Buchtitel ist später noch Zeit genug.


              Was haben wir denn überhaupt schon? Richtig, die Figuren. Und die Rahmenhandlung.
              Das ist doch schonmal was.
              Nachdem ich etliche Sekunden vor dem leeren Textdokument gesessen und auf meiner Lippe herumgekaut habe, tippe ich "Kapitel eins" in die Tastatur. Grandios, eine Kapiteleinteilung sollte es haben.

              Und nun? Der erste Satz. Der erste Satz ist wichtig, das weiß ich. Entsprechend schwer ist es, ihn auszuwählen. Ich will einen interessanten ersten Satz. Keinen langweiligen. Er soll den Leser fesseln, ihn einladen den nächsten zu lesen. Und der Name der Hauptfigur sollte am besten schon drin erwähnt werden.
              Ich könnte sogar mit dem Namen der Hauptfigur anfangen. Wenn ich denn eine Idee für den Satz hätte.
              So klappt das nicht. Ich weiß nicht, was ich genau im ersten Kapitel geschehen lassen will und was schon vorher geschehen sein soll. Mit anderen Worten, ich muss mir überlegen, wo im Handlungsverlauf ich das Buch beginnen lassen möchte. Will ich den Leser direkt in das Geschehen werfen? Oder doch lieber eine kurze aber einleitende Beschreibung?

              Meine Gedanken schweifen ab und ich frage mich, wie andere Autoren ihre Bücher beginnen lassen. Ich kann mich natürlich an alle Bücher erinnern, die ich gelesen habe, jedoch fällt mir kein einziger erster Satz mehr von ihnen ein.
              Die nächste Zeit verbringe ich damit, mir erste Sätze aus Büchern anzuschauen.

              Es gibt sie alle: Kurze Sätze, lange Sätze, einfache Sätze, komplizierte Sätze. Manche sagen viel aus, manche fast nichts. Es ist alles möglich. Wichtig ist nur, sie müssen passen. An ihren Platz am Anfang des ersten Kapitels.

              Mir wird klar, ich brauche ein paar gute Ratschläge und mehr Informationen über das Handwerk des Schriftstellers an sich. Über den Aufbau von Büchern und und und.
              Die Suche nach Ratgebern ist nicht schwer, man wird damit regelrecht überhäuft. Einige sind gut, einige nicht. Und ein paar von ihnen haben dann auch den Weg in meine Wohnung gefunden.

              Und so werde ich nun lesen.

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              Hier geht es zu Eintrag 4: Schreibtagebuch Eintrag 4: Schreibratgeber

              Hier geht es zu Eintrag 2: Schreibtagebuch Eintrag 2: Organisation und Ordnung
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              Montag, 2. September 2013

              Die Leiden des jungen Autors

              Seit Tagen ist das Dokument mit dem Text meines Romans geöffnet und verweilt voll freudiger Erwartung minimiert im Hintergrund. Und verweilt und verweilt. Wartet und wartet auf eine neue Texteingabe. Die nicht kommt. Denn meine Muse scheint auf Urlaub. Hoffentlich bringt sie mir wenigstens ein Souvenir mit.







              Vielleicht ist die Muse auch eingeschnappt. Ich habe, nach einer etwas längeren Schreibpause, das Manuskript wieder durchgeschaut und einige Passagen als "nochmal überarbeiten/neuschreiben" markiert oder gleich gelöscht. Kann also sein, dass mich die liebe Muse im Zuge größter Empörung einfach schmoren lässt. Sei es ihr gegönnt.

              Ich werde die Zeit dieser Blockade überbrücken, indem ich die Einträge aus meinem Schreibtagebuch ausformuliere und online stelle. Die Einträge sind natürlich nicht zu jedem einzelnen Schreibtag, sondern immer zu bestimmten Abschnitten und Erfahrungen meines Schreibprozesses.
              Ich hoffe sie unterhalten euch, geben Hilfestellung oder vermitteln einfach das Gefühl, mit dem einen oder anderen Problem nicht allein zu sein.

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              Hier geht es zum ersten Eintrag: Schreibtagebuch Eintrag 1: Das Schreibtischchaos
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