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Dienstag, 31. März 2015

Kreativitätstechniken Teil 3 - Fragetechniken



In diesem letzten Teil der Reihe über Kreativitätstechniken stelle ich heute Techniken vor, die mit einer oder mehreren Fragen arbeiten. Diese Fragen können von Einzelpersonen und auch von Gruppen bearbeitet werden.

Viele dieser Techniken, besonders SCAMPER und die Osborn-Methode, werden in der Regel für Firmenprojekte benutzt und weniger für die Arbeit an einer Geschichte, also habe ich mir darüber den Kopf zerbrochen, wie ich die Fragen der Techniken so auslegen und formulieren kann, dass sie Ihnen bei Ihrem Buchprojekt helfen können.



Gegenteilmethode


Egal wie Sie diese Methode nun nennen - ob Gegenteilmethode oder Kopfstandtechnik, Worst-Case-Methode oder Umkehrtechnik - es geht darum, die Probleme auf den Kopf zu stellen und aus dem üblichen Blickwinkel heraus zu neuen Perspektiven zu kommen.
Dafür formuliert man das genaue Gegenteil seines Ziels (oder seiner Frage) und sammelt dann Ideen, um dieses neue Ziel zu erfüllen.
Wenn Sie als Autor z.B. Ihren Umsatz steigern wollen, dann überlegen Sie bei dieser Methode, was alles zu einer Reduzierung des Umsatzes führen könnte. Oder wenn Sie mehr Leser gewinnen möchten, überlegen Sie hier stattdessen, wie Sie Leser vergraulen könnten. Hinterher drehen Sie Ihre Ideen und Ansätze um, um aus ihnen die Ideen für Ihr eigentliches Ziel zu formulieren.

Sie überlegen sich also ganz klar Ihr Ziel oder Ihre Fragestellung und dann drehen Sie diese um.
Dabei können folgende Fragen helfen:
  • Was ist das Gegenteil Ihrer Idee/Frage? Wie können Sie dieses herbeiführen?
  • Wie soll das Ergebnis auf keinen Fall aussehen? Was könnte dazu führen?
  • Was wäre, wenn Sie mit dem Ende anfangen?
  • Können gegenteilige Eigenschaften weiterhelfen?
  • Lassen sich Ursache und Wirkung umkehren?

Ich finde diese Methode sehr interessant, weil sie einen so anderen Weg beschreitet, als die üblichen Kreativitätstechniken. Sie ist quasi eine Ideensuche durch die Hintertür. Sie nimmt den Druck, eine perfekte Idee produzieren zu müssen und befreit während des Prozesses vom Perfektionismus (dem inneren Kritiker), den viele Autoren mit sich rumtragen.

Als Beispiel: 
Sie möchten eine eigene Fantasywelt erschaffen. Doch nach ein paar Minuten Brainstorming sind nur die typischen Klischee-Elemente auf Ihrer Liste gelandet. Sie wollen es aber origineller, Ihnen fällt nur nichts ein.
Anstatt sich zu fragen "Wie sieht eine originelle Fantasywelt aus?" Fragen Sie sich einfach "Wie sich die schlimmste Klischeewelt aus?" Das ist leicht: Schöne, weise Elfen; dumme, aggressive Orks, versoffene, geldgeile Zwerge; große, alte Drachen; magische Sprüche...u.s.w.
Nun drehen wir die Antworten doch mal etwas um. Wie wäre es mit Steinzeitmensch-Elfen oder hochintelligenten Orkwesen, die Bücher in riesigen Bibliotheken horten. Zwerge, die penibel auf ihr Äußeres achten und ganze Kulte um Haar-Kunstwerke betreiben. Kleine Drachen, die so häufig vorkommen wie Ratten und eine verhasste Plage sind oder Magie, die nur durch Spielkarten gewirkt werden kann... oder durch Murmeln.


Progressive Abstaktion


Bei der progressiven Abstaktion wird nach Lösungen gesucht, indem man sich ein paar Ebenen vom Problem entfernt und so die Perspektive auf das Problem ändert. Das Abstaktionsniveau wird dabei schrittweise erhöht:
  • Das Problem wird auf die nächsthöhere Abstaktionsebene gehoben durch die Fragen: "Worauf kommt es eigentlich an? Wofür ist das eigentlich gut?"
  • Nun wird nach Lösungen gesucht mit den Fragen: "Wie könnte das noch gehen? Wodurch lässt sich Ähnliches erreichen?"
  • Lassen sich keine Lösungen finden, wird das Problem auf eine höhere Ebene gehoben und erneut gesucht.
Wie Sie das bei Ihrem Roman nutzen können? Ein Beispiel:
Sagen wir, sie haben zu viele Charaktere und wollen welche streichen. Sie schauen sich also Ihre Nebencharaktere einzeln an und fragen sich "Wofür ist diese Person eigentlich gut?"
Sagen wir nun, sie finden einen Nebencharakter, der dafür da ist, der Hauptfigur durch ihr Verhalten erheblichen emotionalen Schaden zuzufügen, sie emotional vielleicht sogar zu verkrüppeln. Sonst hat sie aber keinen Nutzen. Also fragen Sie nun "Wie könnte ich das anders erreichen?"
Möglichkeiten finden sich viele. Sie könnten den vorhandenen Lebensgefährten oder ein Familienmitglied, das eh vorkommt, in den Armen Ihrer Hauptfigur sterben lassen. Sie könnten die beste Freundin, die vielleicht nur zu Beginn auftaucht eine Intrigantin werden lassen, die auf der Seite des Bösewichts steht. Sie können also die ursprüngliche Nebenfigur streichen, und eine sowieso vorkommende Figur die Aufgabe übernehmen lassen.
Sie können sich aber noch eine Ebene höher bewegen.
Sie fragen also "Wofür ist der emotionale Schaden eigentlich wichtig?" Sicherlich für die Entwicklung Ihrer Hauptfigur, oder damit die Hauptfigur gegen Ende des Buchs eine glaubwürdige Entscheidung trifft und glaubwürdig handelt.
"Wie könnten Sie das anders erreichen?" Vielleicht gibt es in Ihrer Geschichte noch eine Möglichkeit, um Ihre Figur glaubwürdig handeln zu lassen, ohne sie emotional zu verwunden. Vielleicht durch körperlichen Schaden oder besondere Informationen, die alles ändern und in Frage stellen.



SCAMPER und Osborn-Methode


Diese beiden Methoden arbeiten mit einem ganzen Fragenkatalog. Die Fragen überschneiden sich inhaltlich, deshalb führe ich sie unter einem Punkt auf. Ich habe die Fragen versucht so zu formulieren, dass sie auch für die Arbeit an einer Geschichte genutzt werden können.

Bevor ich die eigentliche Fragenliste aufführe möchte ich noch kurz erwähnen:
SCAMPER ist ein Akronym und steht für
  • Substitute - Was lässt sich ersetzen?
  • Combine - Was überschneidet sich oder lässt sich kombinieren?
  • Adapt - Was kann ergänzt werden?
  • Modify - Lässt sich etwas modifizieren?
  • Put to other purposes - Wie kann man Vorhandenes noch nutzen?
  • Eliminate - Was lässt sich entfernen, vereinfachen, reduzieren?
  • Reverse - Lassen sich Elemente auch entgegengesetzt nutzen oder kann die Reihenfolge geändert werden?
Diese Fragen tauchen im Grunde auch in der Osborn-Methode, oder in der längeren Version, der Osborn-Checkliste, auf. Hier sind nun die Fragen, die Sie auf viele Bereiche anwenden können - sei es Ihre Homepage oder Ihre neue Roman-Rohfassung.

  • Andere Verwendung? Wofür können Sie Vorhandenes noch verwenden? Können Sie es anders einsetzen, oder an einem anderen Ort? Beispiele: Können Sie Objekte oder Texte Ihrer Homepage noch an anderer Stelle nutzen im Social Media? Können Sie daraus ein eBook erstellen? Können Sie Orte/Personen/Gegenstände Ihrer Geschichte noch an anderer Stelle in der Geschichte nutzen?
  • Anpassen? Ist ein Objekt etwas anderem ähnlich? Können Sie etwas von diesem anderen Objekt übernehmen oder nachahmen? Welche Parallelen können Sie ziehen? Gibt es Parallelen in der Vergangenheit? Beispiele: Gibt es auf Ihrer Homepage oder in den Texten Ähnlichkeiten zu anderen Internetseiten? Was können Sie sich abgucken? Hat Ihr Roman Gemeinsamkeiten mit alten Klassikern? Was können sie von denen für Ihre Geschichte lernen?
  • Verändern? Was können Sie ändern und umgestalten? Können Sie Form/Farbe/Richtung/Zweck ändern? Beispiele: Welche Farben und Formen auf Ihrer Homepage können Sie verändern? Welche Elemente und Anordnungen umgestalten? Welchen Erzählsträngen im Roman können sie eine andere Richtung oder Wendung geben? Welche Orte/Personen können Sie verändern?
  • Vergrößern? Können Sie etwas hinzufügen? Lässt sich etwas verstärken? Kann zusätzlicher Nutzen rausgeholt werden? Beispiele: Was können Sie auf Ihrer Homepage noch anbieten oder einfügen? Können Sie mehr und häufiger Texte online stellen? Können Sie die Zahl der Gegner im Roman erhöhen? Können Sie einer Person oder einem Gegenstand einen weiteren Nutzen oder eine zusätzliche Bedeutung geben?
  • Verkleinern? Können Sie etwas wegnehmen oder abschwächen? Was ist entbehrlich? Kann etwas in kleine Einheiten zerteilt werden? Beispiele: Brauchen Sie wirklich alle Menüpunkte auf Ihrer Homepage? Gibt es zu viele Farben oder Schriftarten? Könnten Sie zu lange Texte in kleinere Einheiten zerlegen? Können Sie Nebencharaktere im Roman oder unbedeutende Szenen streichen?
  • Ersetzen? Was können Sie ersetzen? Können Sie etwas austauschen? Welche anderen Lösungsmöglichkeiten gibt es? Welche anderen Bestandteile wären möglich? Beispiele: Können Sie Ihren langweiligen Lebenslauf aus Stichpunkten mit einem spannenden/humorvollen Fließtext ersetzen? Können Personen/Orte/Gegenstände im Roman die Funktionen eines Anderen übernehmen?
  • Umordnen? Können Sie die Reihenfolge ändern? Kann an der Struktur etwas verändert werden? Beispiele: Können Sie Ihrer Homepage ein anderes Layout geben? Können Sie die Menüpunkte umordnen? Können Sie die Reihenfolge der Szenen im Roman ändern, um mehr Spannung zu erzeugen?
  • Umkehren? Können sie etwas umdrehen? Wie sieht das Gegenteil aus? Was passiert, wenn Sie Rollen vertauschen? Beispiele: Können Sie im Roman mit dem Ende beginnen? Können Sie die Aufgaben von Personen tauschen? Können Sie Ursache und Wirkung austauschen?
  • Kombinieren? Können Sie Ideen miteinander verbinden? Lassen sich Teile kombinieren? Beispiele: Können Sie Menüpunkte oder Texte Ihrer Homepage zusammenfügen? Können Sie die neuesten Tweets oder Instagrambilder auf Ihrer Homepage mit einem Widget integrieren? Können Sie im Roman Handlungsstränge zusammenfügen? Können Sie Personen interagieren lassen oder Verbindungen bauen, wo bisher keine waren? Können verschiedene Probleme einen gemeinsamen Ursprung haben?

Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit diesen Techniken.
Haben Sie eine ausprobiert? Erzählen Sie mir doch davon!

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Hier geht es zu Teil 1: Kreativitätstechniken für Einzelkämpfer

Hier geht es zu Teil 2: Kreativitätstechniken für Gruppen
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Mittwoch, 18. März 2015

Kreativitätstechniken Teil 2 - Techniken für Gruppen


Die meisten Autoren schreiben allein.
Nicht umsonst gibt es das Klischee vom Schriftsteller, der einsam in seinem Kämmerlein, seiner Waldhütte oder seinem Landhaus sitzt, schreibt und Papierkügelchen durch den Raum wirft.

Natürlich hat das einen wichtigen Grund: Allein und in Ruhe lässt es sich besser denken. Allein kann sich der Autor ganz auf seinen Text konzentrieren und wird nicht abgelenkt.
Das ist auch richtig so. Ich finde, dass es bestimmte Phasen im Entstehungsprozess eines Buches gibt, die der Autor allein verbringen muss.

Doch der Nutzen von Schreibgruppen oder einem Schreibbuddy sollte nicht unterschätzt werden. 
Spaß, gegenseitiger Ansporn, Hilfestellung bei Schwierigkeiten und die großartige Hilfe bei der Ideenfindung oder Ideenverbesserung können das Schreiben zu einem ganz neuen Erlebnis werden lassen.

Heute möchte ich auf FederKiel einige Kreativitätstechniken für Gruppen vorstellen.
Die meisten Techniken aus dem ersten Teil dieser Reihe sind ebenfalls in Gruppen durchführbar.



De Bono Hüte


Die De Bono Hüte sind die sogenannten sechs Denkhüte, bei denen ein Problem aus sechs verschiedenen Perspektiven betrachtet wird. Am besten hat man dafür eine Gruppe von 6 Leuten zur Verfügung.
Jedem dieser Blickwinkel wird ein farbiger Hut zugeordnet. Ich empfehle es Ihrer Gruppe, die unterschiedlichen Stärken der Mitglieder zu nutzen und die Hüte ganz bewusst zuzuordnen. Haben sie einen Bauchmenschen in der Gruppe, der meist auf sein Gefühl hört? Geben Sie ihm den roten Hut. Haben sie einen Schwarzmaler dabei, der gern überkritisch an den Ideen kratzt? Super! Er ist der ideale Kandidat für den schwarzen Hut. Diese Methode funktioniert meiner Erfahrung nach am besten, wenn die Hüte der Natur der Personen so gut wie möglich entsprechen.
Formulieren Sie die Fragestellung so, dass auch jeder in der Gruppe sie genau verstanden hat und dann kann schon gleich der weiße Hut loslegen:

  1. Der weiße Hut. Er steht für das analytische Denken. Diese Person ist dafür zuständig die Fakten und Informationen zu sammeln und sie möglichst ohne Wertung zu betrachten. Es geht um den Überblick aller Informationen, die für das Treffen einer Entscheidung nötig sind. Was gibt es an Fakten? Was fehlt noch für eine Entscheidung? 
  2. Der rote Hut. Er steht für das emotionale Denken. Diese Person ist dafür da Ideen aus dem Bauch heraus zu entwickeln. Sie darf dabei euphorisch und intuitiv sein, nicht rational. Was bieten die Fakten für Möglichkeiten? Welche großartigen Ideen liegen dahinter versteckt? Es muss hier nichts perfekt passen oder sinnvoll sein.
  3. Der schwarze Hut. Er steht für das kritische Denken. Diese Person ist der große Skeptiker und soll die Fakten und Ideen der anderen kritisch hinterfragen. Wo lauern Fehler und Probleme? Was spricht gegen eine Idee? Was passt einfach nicht?
  4. Der gelbe Hut. Er steht für das optimistische Denken. Diese Person ist dafür da, den Ideen der anderen eine echte Chance zu geben und ist somit der Gegenspieler des schwarzen Huts. Was spricht für eine Idee? Wie wäre die Idee umzusetzen? Wo passt sie rein? 
  5. Der grüne Hut. Er steht für das kreative Denken. Diese Person ist eine Ideenschleuder. Sie ist dafür da, am laufenden Band neue Ideen und Assoziationen einzuwerfen. Was für eine Idee passt zu der Idee, die grade besprochen wird dazu? Welche andere Lösung gibt es für das Problem noch?
  6. Der blaue Hut. Er steht für das ordnende Denken. Diese Person soll die Ideen der anderen ordnen und in Bahnen lenken und die besten Lösungen suchen. Was ist das beste Ergebnis, die beste Idee, wenn alle Ansichten der anderen Hüte mit einbezogen werden?

Die 635- Methode


Die Zahlen stehen für 6 Personen und 3 Ideen, die 5 mal weitergegeben werden.
Das schöne an dieser Methode ist, dass sie viele Ideen bringen kann und dabei still funktioniert - Keine Diskussionen, kein Gezanke oder Festbeißen an einer Kleinigkeit. Außerdem geht das Ideenfinden damit recht schnell, wenn Sie für die Bearbeitung ein festes Zeitlimit setzen. Ich empfehle 5 Minuten pro Blatt nicht zu überschreiten.
Stellen Sie vor Beginn des Schreibens sicher, dass jeder die Fragestellung wirklich verstanden hat.

  • Sie brauchen 6 Blatt Papier. Jedes Blatt teilen Sie in 3 Spalten mit 6 Zeilen. Sie brauchen weiterhin noch 6 Stifte und eine Stoppuhr.
  • Jeder Teilnehmer formuliert nun in der ersten Zeile 3 Ideen - eine pro Spalte.
  • Nach Ablauf der Zeit wird das Blatt umgedreht und im Uhrzeigersinn weitergegeben.
  • Eine kurze Verschnaufpause später sollen nun die drei Ideen des Vorgängers ergänzt und weitergesponnen werden. Jeder schreibt also wieder eine Zeile mit drei Spalten voll. Versuchen Sie dabei wirklich auf die Ideen aus Spalte eins einzugehen und nicht einfach Ihre Ideen aus der ersten Runde neu zu formulieren.
  • Nach Ablauf der Zeit wird das Blatt erneut umgedreht und weitergegeben. So geht es immer weiter, bis das Blatt Papier wieder bei seiner Ausgangsperson angekommen ist. 
  • Nun erfolgt die Auswertung. Wie Ihre Gruppe das handhabt bleibt Ihnen überlassen. Jeder kann die Ideen seines Zettels allein prüfen oder es wird gemeinsam in der Gruppe gemacht. Sie können dafür auch ein Bewertungssystem nutzen, bei dem die Gruppenmitgleider den Ideen Punkte geben. 


Pinnwandmoderation


Bei dieser Methode werden Ideen mit Hilfe von Karten gesammelt, geordnet und hinterher bewertet.
Das schöne daran ist die Ideenvielfalt und das Ideenfinden in Ruhe, ohne dass Ideen schon im Vorfeld zerredet werden.
Mit dieser Methode lassen sich Ideen sammeln, Fragen/Probleme oder Lösungen finden, je nachdem, wie die Aufgabenstellung zu Beginn ist. Hier gilt ebenfalls: Die Aufgabenstellung muss allen Gruppenmitgliedern vor Beginn des Schreibens klar sein. Eine obere Zeitgrenze für die Zeit der Ideenfindung sollte abgesprochen werden.

  • Sie brauchen viele Karten, einen Stift für jeden Teilnehmer und eine Pinnwand oder etwas Ähnliches, an das die Karten für alle sichtbar angehängt werden können.
  • Nun schreibt jeder Teilnehmer seine Ideen auf die Karten - eine Idee pro Karte.

  • Jede beschriebene Karte sollte schnell angepinnt werden. Einerseits um mehrfaches Auftauchen der Idee zu vermeiden, andererseits als Inspirationsquelle für weiterführende Ideen aller Teilnehmer.
  • Nach Ablauf der Zeit werden die Karten nun in Gruppen sortiert, die in ähnliche Richtungen gehen und denen man einen gemeinsamen Oberpunkt oder eine Überschrift geben kann. Hier eignet sich die Anordnung als Wolke oder als Liste untereinander. Die zugehörigen Oberpunkte/Überschriften sollten auf eine andersfarbige Karte geschrieben und über die Wolke oder Liste gepinnt werden. 
  • Am Schluss werden die Karten bewertet, um die besten Ideen zu finden. Hier können Punkte oder Striche vergeben werden, um die Meinung der ganzen Gruppe wiederzugeben. Die besten Karten werden dann markiert/hervorgehoben.


Collective-Notebook


Dies ist eine Methode, die nicht innerhalb einer Sitzung durchgeführt wird, wie die bisher angesprochenen. Die Teilnehmer müssen dafür nicht am selben Ort sein und die Methode läuft über mehrere Tage oder gar Wochen.
Ich finde sie angenehm, da es keinen Zeitdruck gibt und man sich ganz im Notizbuch ausleben kann.  Sie ist toll zum entwickeln komplexerer Ideen, etwa für eine längere Geschichte, ein ganzes Buch oder eine gemeinsame Fantasywelt.
Der letzte Punkt stammt von mir, ich finde es schöner die Bücher auszutauschen und sich gegenseitig zu inspirieren. Normalerweise wird einfach in einer Sitzung über alle Ideen gesprochen.
Für diese Technik werden mindestens zwei Personen gebraucht.

  • Jeder Teilnehmer erhält ein Notizbuch.
  • Auf die erste Seite wird die Aufgabenstellung oder das Problem geschrieben.
  • Über einen festgelegten Zeitraum hinweg machen alle Teilnehmer Eintragungen. Stichpunkte, kurze Texte, Zeichnungen oder auch das einkleben von Bildern ist hier gefragt. Mit Symbolen und Farben lassen sich gute Ideen hervorheben oder von anderen abgrenzen. 
  • Jeder Teilnehmer sollte täglich Ideen eintragen und das Buch nach Möglichkeit immer bei sich führen.
  • Beim nächsten Treffen werden nun die Ideen abgeglichen, bewertet und Vorschläge zur Problemlösung gemacht.
  • Ich finde es noch besser den ersten Zeitraum etwas kürzer zu wählen und bei einem Zwischentreffen die Notizbücher auszutauschen, so dass jeder mit dem Buch eines der anderen Teilnehmer nach Hause geht. Dieses Buch kann nun als Inspiration dienen und in einem weiteren Zeitabschnitt können diese Ideen aufgegriffen und erweitert werden.


Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Erfolg mit diesen Techniken.
Testen Sie sie aus und berichten Sie mir doch, wie die Erfahrung für Sie war!

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Hier gehts zum ersten Teil: Kreativitätstechniken Teil 1 - Techniken für Einzelkämpfer

Hier gehts zum dritten Teil: Kreativitätstechniken Teil 3 - Fragetechniken
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Mittwoch, 4. März 2015

Kreativitätstechniken Teil 1 - Techniken für Einzelkämpfer


Kreativität ist wichtig für uns Autoren. Wer viele Bücher oder Artikel schreiben will, braucht immer wieder neue Ideen. Das ist gar nicht so einfach. Manchmal fällt es doch schwer auf Ideen zu kommen, die einen wirklich begeistern oder diese so auszubauen, dass auch ein längerer Text daraus wird.

Um den Ideen auf die Sprünge zu helfen gibt es aber viele tolle Techniken und ich denke, auch für Sie ist etwas dabei. Alte Denkmuster und Routinen für die Ideenfindung zu verlassen erfordert manchmal einfach nur Mut - Mut etwas Neues zu probieren.
Ich möchte hier auf FederKiel in den nächsten Wochen verschiedene Kreativitätstechniken vorstellen, sowohl für Einzelpersonen, als auch für Schreibgruppen. Einige davon sind Ihnen sicherlich ein Begriff, andere sind eher unbekannt. Einen Versuch sind sie alle wert, denn dahinter versteckt sich auch eine Menge Spaß.



Mindmapping

 

Beginnen wir mit einer Technik die jedem bekannt sein wird, denn auch in den Schulen werden sie sehr gern genutzt: Die so genannten Mindmaps oder Gedankenlandkarten.
Das schöne daran ist, dass die Ideen dabei einfach und übersichtlich strukturiert und zum leichteren arbeiten visualisiert werden können. Die meisten Menschen lernen und denken leichter, wenn sie etwas bildhaft vor sich haben. Das ist hier in Form einer Baumstruktur aus Schlüsselworten möglich.

Für viele ist diese Technik ein so alter Hut, dass sie sich gar nicht daran versuchen. Das ist sehr schade, denn sie ist so einfach und hat viel Potenzial. Ich selbst nutze sie immer zu Beginn eines Projekts - egal ob Buch oder Artikel - um den Umfang des Themas und die ganzen Möglichkeiten darzustellen.

Sie brauchen dafür nichts weiter als einen Stift und ein größeres Blatt Papier. Für Gruppen empfehle ich Tafel/Whiteboard/Flipchart.
  • Legen Sie das Papier im Querformat auf eine feste Unterlage und schreiben Sie das zentrale Thema, zu dem sie die Mindmap erstellen wollen, in die Mitte des Blatts. Sie könne auch ein Symbol verwenden. Symbole visualisieren noch besser, als ein geschriebenes Wort.
  • Zu diesem zentralen Stichwort schreiben Sie Unterpunkte auf. Alle Assoziationen und Ideen, die Ihnen in den Sinn kommen. Platzieren Sie diese Unterpunkte um das zentrale Stichwort herum und verbinden Sie jeden Unterpunkt mit einem Strich zur Mitte. Jetzt haben sie so etwas wie eine Ideen-Sonne. Auch hier können Symbole helfen. Verwenden Sie für die Übersichtlichkeit nur Stichworte, keine langen Sätze.
  • Von diesen Stichpunkten lassen Sie wieder neue Assoziationen und Ideen abgehen, die Ihnen zu diesen Unterpunkten kommen. So verfahren Sie weiter, bis Ihnen die Ideen oder der Platz ausgeht. Dadurch enstehen Ideen-Äste, die von der Themenmitte heraus wie eine Art Baumkrone abzweigen. Ich empfehle Ihnen nun verschiedene Farben zu verwenden, um zusammengehörige Punkte und Äste als ein Ideenbereich zu kennzeichnen. Sie können alle Stichpunkte z.B. mit farbigen Kreisen umranden, oder farbig unterstreichen. Bunt ist immer einprägsamer als eine einfarbige Mindmap und es fällt so leichter logische Zusammenhänge herzustellen.

Die Vorteile dieser Technik sind die Einfachheit und die bildhafte Darstellung. Außerdem die Zerlegung eines großen Themas in Unterthemen, die durch unterschiedliche Farben nun klar umrissen sind. Es ist leicht zu sehen, zu welchen Themen es viele Ideen gibt und wo Lücken vorhanden sind.
Hier habe ich selbst eine Mindmap benutzt (die alles andere als perfekt ist): Von Stichpunkten zum Plot


Free Writing 

 

Das Free Writing eignet sich besonders für all die, die gern einfach losschreiben ohne sich viele Gedanken zu machen. Beim Free Writing geht es um das Schreiben ohne dabei zu reflektieren, zu bewerten oder nach der perfekten Formulierung zu suchen. Es geht nur um Ideen. Deshalb ist es auch gut dafür geeignet Ideen für ein Buch oder einen Artikel zu entwickeln.

Beim ursprüngliche Free Writing ging es um das ziel- und themenlose Schreiben. Es diente dazu, überhaupt zu einem Schreibthema zu finden. Heutzutage wird beim Free Writing vorher meist ein Stichwort, ein Satz oder eine Fragestellung notiert. Oder es wird ein Bild verwendet, zu dem geschrieben werden soll.
Die Regeln sind einfach:

  • Setzen Sie sich vor ein leeres Blatt Papier und wählen Sie ein Thema, eine Frage oder ein Bild aus, zu dem sie Ideen sammeln wollen.
  • Stellen Sie auf einer Stoppuhr Ihr Zeitlimit ein. Für den ersten Versuch empfehle ich 5 Minuten, später können Sie gern auf 20 Minuten erhöhen, wenn Ihnen das Free Writing gut gefällt.
  • Sie starten die Uhr und beginnen zügig zu schreiben. Machen Sie keine Pausen! Der Stift wird bei dieser Technik nicht abgesetzt. Jeder Einfall soll von Ihnen notiert werden. Das Schreiben ohne Unterbrechungen dient dazu, zu verhindern, dass Sie den bisherigen Text lesen oder zu viel über die Form nachdenken.
  • Achten Sie nicht auf Grammatik oder Schreibstil. Niemand wird Ihren Text lesen. Sie dürfen nichts löschen oder korrigieren. Es ist nicht schlimm, wenn sie Unsinn aufschreiben.
  • Falls Ihnen nichts mehr einfällt und die Idee grade auf sich warten lässt, schreiben Sie trotzdem weiter! Wiederholen Sie die letzten Worte, schreiben Sie "mir fällt nichts ein" oder "ich bin genervt/froh", schreiben Sie das Thema oder die Fragestellung wiederholt auf oder machen sie nur wellenförmige Linien, bis der nächste Einfall vorbeikommt.
  • Wenn die Zeit um ist, beenden Sie ihren aktuellen Gedanken und legen Sie den Stift weg. Greifen Sie nun zu farbigen Markern und unterstreichen Sie Passagen und Sätze, die gute Ideen beinhalten.


Walt-Disney-Methode

 

Diese Methode ist eine Art Rollenspiel. Sie eignet sich für kleine Gruppen aber auch für eine Einzelperson, da es eine sehr einfache Variante eines solchen Rollenspiels ist.
Es wird hier mit drei Blickwinkeln gearbeitet, aus denen eine Frage oder eine Idee beleuchtet wird. Ursprünglich hießen sie "Träumer, Realist und Kritiker", heute nennt man den Realisten lieber "Macher".

Für diese Technik nehmen Sie nacheinander diese drei Rollen ein. Die Reihenfolge sollte immer eingehalten werden, um den Ideen des Täumers eine echte Chance zu geben. Der Kritiker darf erst am Schluss drankommen.

  • Träumer: Sie beginnen mit dem Träumer. Sie sind jetzt chaotisch und begeisterungsfähig - ein Visionär! Sie sprechen alle Wünsche und Ideen zum Thema einfach ungefiltert aus, ohne Logik, Regeln, oder Traditionen zu berücksichtigen. Denken Sie groß! Was kann Ihre Idee? Zu was kann sie werden? Welche Möglichkeiten sehen Sie? Was können Sie alles einbauen?
  • Macher: Als nächstes werden Sie zum Macher. Sie sind nun realistisch und pragmatisch. Sie konzentrieren sich auf das Machbare. Falls die Ideen des Träumers umgesetzt werden würden, was bräuchten Sie dafür? Wie lange würde es dauern? Wieviel würde es kosten? Welche Schritte wären nötig? Geben Sie den Ideen des Träumers hier eine Chance! So absurd Ihre Antworten auch sein mögen, denken Sie ernsthaft einmal über die Umsetzung der Ideen nach.
  • Kritiker: Nun werden Sie zum Kritiker. Sie hinterfragen nicht nur die wirkliche Machbarkeit, sondern auch die Qualität der Ideen. Suchen Sie nach Fehlern! Prüfen Sie und verbessern sie nach realistischen Maßstäben die Ideen, die sich Träumer und Macher überlegt haben.

Wenn Sie Probleme haben, diese Rollen einzunehmen, machen Sie es wie Walt Disney und wählen Sie drei verschiedene Stühle, auf die Sie sich dafür setzen. Oder nehmen Sie jeweils eine andere Haltung ein: Als Träumer liegen sie auf dem Rücken, als Macher stehen Sie auf und laufen herum und als Kritiker setzen Sie sich an Ihren Schreibtisch.


Zufallstechniken


Hier gibt es viele Varianten. Bei allen geht es darum, Ideen durch zufällige Wörter oder Bilder zu erzeugen. Beliebte Beispiele sind:
  • Die Katalog-Technik: Sie nehmen hier einen Warenkatalog zur Hilfe und schlagen ihn auf einer beliebigen Seite auf. Was Sie dort sehen nutzen Sie als Ideenquelle oder versuchen daraus eine Lösung für Ihr Problem abzuleiten. Sie können versuchen die Dinge aus dem Katalog in ihre Geschichte aufzunehmen. Wo wäre Platz dafür in Ihrem Buch? Was könnte damit geschehen?
  • Die Lexikon-Technik: Hier suchen Sie blind aus einem Lexikon mehrere Wörter und leiten von diesen Wörtern Ideen ab. Sie können auch versuchen diese Wörter zu einer Geschichte zu verbinden oder in Ihr Projekt einzubauen. Ganz ähnlich ist das Reizwortglas, das viele Autoren nutzen, um aus mehreren gezogenen Zetteln mit je einem Wort drauf eine Kurzgeschichte oder Romanidee zu entwerfen. (Hier können Sie meine erweiterete Idee für diese Reizwörter-Ziehung lesen: Ideenfindung )
  • Die Bisoziationstechnik: Hier suche Sie bewusst Wörter und Bilder aus, die so wenig wie möglich mit Ihrem eigentlichen Projektthema zu tun haben. Dann versuchen Sie diese Wörter und Bilder mit Ihrem Projekt zu verbinden.
Auf dem Zufallsprinzip beruht auch meine Ideenfindung hier: Ideenfindung einmal anders - Bücher-Dart in der Stadtbibliothek


Semantische Intuition


Bei der Semantische Intuition geht es darum, aus zusammengesetzten Wörtern neue Ideen zu generieren. Sie eignet sich besonders für Produktideen, aber ich sehe sie auch als Chance für außergewöhnliche und kurze Buchtitel oder neue Begriffe für eine Fantasywelt.

Sie legen für diese Technik eine Liste mit Wörtern an, die aus dem Themenbereich ihres Projekts stammen. Dann nehmen sie zwei Wörter aus dieser Liste und setzen beide zu einem neuen Wort zusammen. Was kann sich hinter diesem neuen Wort verbergen? Welche spontanen Ideen haben Sie dazu?

Nicht jede Wortkombination wird eine verwertbare Idee bringen. Sie sollte die Liste entsprechend groß machen. Manchmal lohnt es auch die Reihenfolge der Wörter zu tauschen, also umzudrehen - So wäre das Wort "Drachenblut" keine neue, spannende Idee, aber ein "Blutdrache" könnte durchaus zu einer werden.


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Hier geht es zu Teil 2: Kreativitätstechniken Teil 2 - Techniken für Gruppen

Hier geht es zu Teil 3: Kreativitätstechniken Teil 3 - Fragetechniken

Haben Sie eine Technik ausprobiert? Erzählen Sie mir doch, wie es für Sie war und was dabei herausgekommen ist!




Sonntag, 15. Februar 2015

Schreibblockaden - Gründe und 25 Tipps dagegen


Da ich selbst vor etwa einem Jahr eine Kreativblockade erfolgreich bekämpft habe, wollte ich schon lange einmal hier über das Thema schreiben. Über die vielen Gründe und auch über Lösungsansätze, auf die ich bei meiner Suche nach einem guten Gegenmittel gestoßen bin.

Zuerst einmal möchte ich bemerken: Es gibt nicht DIE Schreibblockade.
Es gibt Blockaden. Mehrzahl.
Es sind Störungen, die deutlich voneinander unterscheidbar sind und sie können nicht nur das Schreiben blockieren, sondern jeden kreativen Prozess. So tritt bei einigen Künstlern z.B. die "Zeichenblockade" auf. In einer der folgenden Gruppen findet sich aber in der Regel jeder Autor wieder, der eine Blockade erlebt.

  •  Es fällt extrem schwer neue Ideen zu entwickeln oder die Ideen bleiben komplett aus
  • Die Planung des Textes gelingt, doch das Schreiben findet nicht statt
  • Es gelingt nicht, die erste Formulierung/einen Einstieg zu finden und den Text zu beginnen
  • Das Schreiben erfährt dauernd Unterbrechungen, von innen (Unruhe) oder außen (Ablenkung)
  • Geschriebenes wird immer wieder editiert und umgeschrieben, das freie Schreiben gelingt kaum
  • Abneigung gegen das Schreiben, bis hin zu Angst und Panik

Wenn Sie unter einer Blockade leiden, lassen Sie sich sagen, dass Sie damit in guter Gesellschaft sind. Auch große Namen der Literatur waren schon davon betroffen. So litten zum Beispiel Schriftsteller wie Marcel Proust und Robert Musil teilweise an schweren Schreibblockaden.
Und, wie es auf Karrierebibel.de so schön steht: Schreibblockaden sind wie Herpes.
Wenn die Umstände, die zu einer Blockade geführt haben wieder da sind, dann kommt auch die Blockade wieder vorbei. Wenn Sie also etwas ändern müssen, um sich zu befreien, dann ist das keine Veränderung auf Zeit.


Woher kommen diese Blockaden? 

 

    Ich denke, Gründe für Blockaden gibt es so viele, wie es blockierte Autoren gibt.
    In den meisten Fällen greifen mehrere Faktoren ineinander, selten gibt es nur einen einzigen Grund.
    Die Probleme lassen sich gut in folgende Gruppen unterteilen:

    • Mangel an Information und Konzept. Es fällt schwer, über ein Thema zu schreiben, wenn man kaum etwas darüber weiß. Fehlende Recherche ist hier das Problem. Unzureichende Konzepte können den Einstieg ebenso erschweren. Es wurde nicht überlegt, wie, in welchen Umfang und in welcher Reihenfolge das Thema bearbeitet werden soll.
    • Hohe Komplexität. Wenn das Thema zu umfangreich ist, die Fantasywelt erschlagend groß und detailliert oder der Roman aus zu vielen Handlungsstängen besteht, dann kann ein Projekt ohne genaue Planung so unüberschaubar werden, dass das Schreiben nicht mehr gelingt.
    • Viele Störungen. Ob es nun das klingelnde Telefon, der laute Fernseher, der nervige Nachbar, der quälende Heißhunger oder eine andere Art von Störung ist, sie haben eines gemein: Sie unterbrechen den Schreib- und Gedankenfluss. Kommt das häufiger vor, kann es das Schreiben zu einer schweren Angelegenheit machen. Hier gehört auch die "Aufschieberitis" rein, die viele Autoren befällt, die "nur mal schnell" Facebook und Twitter checken wollen. Unterbrechungen kreativer Prozesse hemmen das Schreiben massiv. Der Autor schafft nicht nur weniger, er schreibt auch schlechter. Manchmal fehlt auch einfach Zeit, die der Autor allein verbringen kann. Etwa in großen Familien, wo leise Rückzugsorte Mangelware sind.
        • Starke Selbstzensur. Ob es nun der fehlende Glaube an die eigene Formulierung ist, oder die Angst vor dem überkritischen Leser - Die Angst zu versagen kann hinter einer Schreibhemmung stehen. Und so fängt man an, sich noch während des Schreibprozesses zu zensieren oder den bereits geschriebenen Text immer wieder zu überarbeiten. Die Angst, nicht den perfekten ersten Satz zu schreiben, den Leser nicht von Anfang an fesseln zu können, fesselt dann den Autor.
        • Fehlender Glaube an sich selbst. Der Gedanke, es sowieso nicht zu schaffen, hemmt den Autor schon im Vorfeld. Wenn Glaube Berge versetzt, kann Zweifel diese aufschütten. Oft ist es erfahrene negative Kritik die einen hemmt und so tief sitzt, dass man sie nicht loslassen kann.
        • Psychische Probleme und Stress. Starke Belastung kann ebenfalls eine Blockade auslösen, insbesondere Depressionen oder bipolare Störungen. Genauso haben Stress oder familiäre Belastungen verheerende Auswirkungen auf einen Autor. Hier kann es zu Hemmungen kommen, zur völligen Unfähigkeit zu schreiben und es können sich auch leichter Ängste und Panik im Zusammenhang mit dem Schreiben entwickeln.

          Wie lassen sich Blockaden wieder lösen?

           

          Schreibblockaden lassen sich im Allgemeinen gut überwinden.
          Es gibt aber keine Methode, die bei jedem garantiert funktioniert. Die Lösung hat immer mit den Gründen für die Blockade zu tun. Diese sollten also zuerst einmal ergründet werden.
          Dabei helfen Ihnen ein paar Fragen:
          • Wann ist die Blockade aufgetreten oder wann ist sie Ihnen zum ersten Mal aufgefallen und was ist in den Tagen oder Wochen davor passiert?
          • Sind Sie bei allen Texten blockiert oder sind es nur spezielle Arten, etwa nur Ihr Roman?
          • Haben Sie eher in der Planungsphase Probleme, später beim Ausformulieren oder beim ersten Satz/Absatz?
          • Sind Sie vielleicht nur schnell abgelenkt und konzentrieren sich nicht richtig gezielt auf das Schreiben? 
          • Glauben Sie an ihr Projekt und glaubt Ihr Umfeld an Sie?
          • Könnten psychische Probleme dahinter stecken?

          Die meisten Autoren, die von einer Schreibblockade geplagt werden, beginnen früher oder später mit Vermeidungshandlungen. Um die Blockade zu vertreiben ist es wichtig diese Vermeidungshandlungen als solche zu erkennen und gegenzusteuern.
          Was tun Sie, wenn Sie nicht schreiben können? Machen Sie sich eine Liste Ihrer liebsten Vermeidungshandlungen und entscheiden Sie sich dann bewusst dagegen, wenn Sie eine davon bemerken.
          Dann sagen Sie sich laut "Nein, ich möchte jetzt lieber schreiben!", damit Ihr Wunsch auch im Unterbewusstsein ankommt.
          Natürlich wird durch das weglassen dieser Handlungen das Schreiben nicht sofort wieder gelingen, aber um zu Schreiben müssen Sie zuerst damit aufhören, es zu vermeiden.


          25 Tipps gegen Schreibblockaden

           

          Tipps gegen Schreibblockaden gibt es viele. Nicht alle helfen jedem.
          Traditionelles Mittel gegen die Blockaden ist laut Hemingway ein Glas Wein. Wahlweise auch jedes andere alkoholische Getränk. Ob es wirklich hilft, oder nur eine Ausrede zum Trinken ist, kann ich nicht beurteilen. Wer es auf einen Versuch ankommen lassen will, kann mir gern seine Erfahrung mitteilen.

          1) Mehr Organisation
          Nicht für jeden Autor funktioniert es, einfach ohne Plan ins Blaue zu schreiben. Tatsächlich funktioniert das für die wenigsten wirklich gut. Wenn Sie ein Drauflosschreiber sind, dann versuchen Sie es mal mit einem Plan. Wenn Sie Planer sind, dann planen Sie zum Versuch einmal genauer. Den meisten Autoren geht dann das Schreiben leichter von der Hand.
          Strukturieren Sie den geplanten Text mit Teilüberschriften (auch Kapitelüberschriften im Roman) und mit einer Gliederung in Teilabschnitte. Formulieren Sie das Gesamtziel des Textes und das Ziel eines jeden Teilabschnitts. Schreiben Sie sich Stichpunkte zu jedem Teilabschnitt auf.
          Anhand dieses Bauplans können Sie sich dann entlang hangeln, auch wenn es einmal zäher läuft.

          2) Mehr Recherche
          Nicht nur für Fachartikel oder historische Romane ist Recherche wichtig. Jeder Autor muss sich in ein Thema erst einlesen, bevor er souverän darüber schreiben kann. Wenn Sie sich unsicher fühlen beim Schreiben, dann fehlt womöglich die Recherche zum Thema oder einem Randthema, oder Sie haben in Ihrer Idee nicht tief genug gebohrt. Hier meine ich Fantasyautoren, die über ihre Welt oder ein alchemistisches Experiment schreiben wollen, sich aber so wenig Gedanken dazu gemacht haben, wie das alles aussieht und funktioniert, dass sie nicht glaubwürdig formulieren können.
          An dieser Stelle möchte ich Sie dazu aufrufen, außer Informationen noch etwas anderes zu sammeln: Bilder von Personen und Orten, Musik oder Videos, die Sie an ihre Welt und an Ihr Projekt erinnern. So ein Inspirationsordner hilft nicht nur bei Blockaden, sondern auch nach längeren Schreibpausen dabei, wieder in die richtige Stimmung zu kommen.

          3) Ideen aus dem Kopf schreiben
          Oft blockiert ein Autor auch dann, wenn sein Kopf schier platzt vor Gedanken und Ideen, die es festzuhalten gilt. Ob es die nächste Romanidee ist, eine tolle Formulierung für einen Artikel oder der Umstand, dass das Klopapier fast alle ist und nicht vergessen werden darf, es hindert den Autor daran, sich auf den aktuellen Text zu konzentrieren. Die Angst, dass eine der Ideen verlorengeht ist zu groß. Hier hilft das Rausschreiben aller Gedanken auf einen Notizblock. Bis nichts mehr übrig und der Kopf frei ist. Versuchen Sie, all Ihre herumschwirrenden Gedanken zu notieren bevor Sie mit Ihrer Schreibsitzung beginnen.

          4) Schalten Sie Störfaktoren aus
          Schaffen Sie sich einen ungestörten Raum. Störungen des Alltags, wie Fernsehen und Handy, können das Schreiben ins stocken bringen. Am besten ist es, diese Störungsquellen für die Zeit des Schreibens abzustellen. Wenn das nicht geht, sollte man versuchen, sie in den kreativen Prozess mit einzubeziehen. Sie weniger als Störung und mehr als Bereicherung anzusehen, als Inspirationsquelle oder als Antrieb. Falls Sie in völliger Stille nicht arbeiten können oder Lärm aussperren müssen, versuche Sie es mit Instrumentalmusik oder weißem Rauschen über Kopfhörer. Ein solcher Schutzschirm hilft dabei, sich zu konzentrieren.
          Auch das Internet ist gefährlich. Die Versuchung ist groß in einer Pause oder bei fehlenden Ideen schnell seine Nachrichten abzurufen. Wenn möglich, trennen Sie Ihre Internetverbindung für die Zeit des Schreibens. Sonst ist die wertvolle Zeit zum Schreiben mit unwichtigen Kleinigkeiten verschenkt worden.
          Vielleicht haben Sie die Möglichkeit sich ein Arbeitszimmer oder ein Gartenhäuschen einzurichten, in das Sie sich zurückziehen können. Wenn Sie wirklich viel schreiben wollen, müssen Sie auch die besten Voraussetzungen dafür schaffen.

          5) Wechseln Sie den Ort
          Wenn Sie am selben Schreibtisch schreiben, an dem Sie auch Ihre Steuererklärung oder Ihre mitgebrachte Arbeit erledigen, dann kann es leicht passieren, dass Ihr Unterbewusstsein diesen Ort mit Stress und Druck verbindet und das entspannte Schreiben sehr schwer fällt.
          Dann packen Sie Ihre Sachen und lassen die Schreibblockade zu Hause. Suchen Sie sich einen ruhigen oder inspirierenden Ort, der Sie auf neue Ideen bringt. Ein Café, ein Garten oder Park oder die Bibliothek sind besonders beliebt.

          6) Schreiben Sie im Dunkeln
          Eine wissenschaftliche Studie der TU Dortmund ergab, dass die Probanden im Dunkeln sehr viel mutiger in ihren Ideen waren und diese auch leichter zuließen. Ich selbst schreibe auch gern im Dunkeln. Ich glaube sogar, dass meine besten Textstücke in diesen Zeiten entstehen. Dazu sitze ich auf meinem Bett oder auf dem Boden und schreibe mit Stift und Papier. Einziges Licht ist eine kleine rosa Leselampe.Versuchen Sie es!

          7) Wechseln Sie die Position
          Große Namen wie etwa Leonardo da Vinci, Ernest Hemingway, Kierkegaard, Charles Dickens oder Virginia Woolf arbeiteten im Stehen. Es beeinflusst die Leistungsfähigkeit positiv, macht wacher und ist gesünder. Besonders, wenn Ihnen das lange Sitzen nicht nur auf die Nerven und das Gemüt schlägt, sondern auch auf den Rücken, sollten Sie es versuchen. Es gibt sehr schöne Stehpulte zu diesem Zweck.
          Oder Sie versuchen es mit Liegen. Im entspannten Liegen fließen die Gedanken besser, man lässt leichter los und findet Zugang zum Unbewussten. Autoren wie etwa Truman Capote, William Wordsworth oder Marcel Proust schrieben im Liegen. Achten Sie auf eine gute Position für Kopf, Nacken, Schultern und Schreibhand, um Verspannungen vorzubeugen. 

          8) Schalten Sie den Bildschirm aus
          Wenn Sie dazu neigen Ihre vorherigen Absätze immer wieder zu überfliegen oder zu bearbeiten dann schalten Sie den Bildschirm aus oder decken ihn ab und tippen einfach blind. Stellen Sie sicher, dass Ihre Finger auf den richtigen Tasten liegen oder schauen Sie Ihren Fingern einfach dabei zu, wie sie über die Tastatur fliegen.

          9) Schreiben Sie mit Stift und Papier oder iPad
          Was Sie ebenfalls verändern können ist Ihr Schreibwerkzeug. Eines der einfachsten Mittel gegen Blockaden ist das Schreiben von Hand. Und es ist eines der am häufigsten ignorierten Mittel. Ich selbst kann das gar nicht verstehen, denn ich bin ein begeisterter Stift und Papier-Schreiber. Das Schreiben bekommt eine ganz neue Bedeutung und jedes Wort wird besser überlegt. Der Autor ist nicht mehr nur dabei monoton Tasten zu drücken, sondern muss feinmotorisch mehr leisten. Auch die Hand- und Körperhaltung ist dabei anders, was zur Lösung einer Blockade beisteuern kann.
          Ich finde auch, dass sich beim Schreiben mit Stift und Papier die Stimmungen und Emotionen besser ausdrücken lassen.
          Eine andere Möglichkeit sich vom PC zu entfernen und das Medium zu wechseln stellt das iPad dar. Hier lassen sich ganz frei Gedanken und Ideen eintippen, ohne den Druck des Computers oder des Manuskripts. Versuchen Sie es einmal ohne ihren Computer, denn wenn der Blick auf den Bildschirm Sie blockiert, dann ist es egal, wo Sie mit ihm hingehen, Sie nehmen Ihre Blockade immer mit.

          10) Machen Sie eine kurze Pause
          Wenn Ihnen nichts mehr einfällt, kann es auch Zeit für eine Pause sein, denn nach spätestens 90 Minuten konzentrierter Arbeit kann das Gehirn nicht mehr. Stehen Sie auf, gehen Sie an die frische Luft, trinken Sie einen Schluck kühles Wasser. Entspannung und Zerstreuung helfen, die Kreativität wieder aufblühen zu lassen. So überfallen uns oft geniale Ideen unter der Dusche, auf dem Klo, beim Ruhen auf dem Sofa oder beim Spaziergang. Monotone oder automatisierte Tätigkeiten fördern die guten Einfälle. Achten Sie allerdings darauf die Pause zeitlich zu begrenzen und keinen Raum für Vermeidungshandlungen zu lassen.

          11) Erst das Schreiben, dann das Editieren
          Viele Autoren begehen den Fehler, ihren schon geschriebenen Text immer wieder zu überfliegen und zu überarbeiten und damit den Schreibfluss stark zu stören. Dadurch wird der Text nie fertig.
          Versuchen Sie den Perfektionisten auszuschalten und Ihre Ideen fließen zu lassen, ohne sie für Verbesserungen zu unterbrechen. Korrigieren und Umformulieren können Sie später noch genug.
          Vielleicht haben Sie auch zu hohe Erwartungen an Ihren Textanfang und Ihr erstes Kapitel erscheint Ihnen nicht gut genug. So sehr, dass Sie immer wieder daran denken und es verbessern. Machen Sie sich klar, dass die erste Rohfassung genau das ist: Eine Rohfassung. Sie müssen sie nicht perfekt schreiben, niemand wird Ihren Text in diesem Stadium sehen.

          12) Disziplinieren Sie sich beim Schreiben
          Manchmal muss es sein und wir müssen uns zum Schreiben zwingen, etwa weil eine Deadline in Sichtweite rückt. Das beste Mittel gegen Schreibblockaden ist das Schreiben. Setzen Sie sich hin und versuchen Sie sich laut zum Schreiben zu treiben. Legen Sie fest, wie lange Sie schreiben wollen und wie viele Pausen Sie planen. Stellen Sie sich für die Schreibzeit eine Stoppuhr und versuchen Sie, in dieser Zeit wirklich zu schreiben. Falls es nicht gelingt, dann sitzen Sie Ihre Zeit ab. Erlauben Sie sich keine Vermeidungshandlungen. Ich empfehle hier das Schreiben in 20 Minuten Blöcken.

          13) Regelmäßig schreiben
          Professionelle Autoren und Vollzeitautoren kennen dieses Geheimnis. Sie schreiben täglich, zu möglichst festen Zeiten, an einem festen Ort eine feste Anzahl von Seiten oder Wörtern. Und sie leiden im Normalfall weniger unter Blockaden. Die Routine sorgt dafür, dass der Kopf genau in diesen Zeiten auf Kreativität schaltet, weil er darauf regelrecht programmiert wurde.
          Versuchen auch Sie es mit einer Schreibroutine. Was am Anfang noch schwer erscheint, geht nach wenigen Wochen wie von selbst und Sie generieren eine immer größere Menge an Text.

          14) Eine Deadline setzen
          Vielleicht kennen Sie das: Wochenlang haben Sie kaum etwas geschafft und plötzlich, als der Abgabetermin direkt bevorstand ging alles ganz schnell und der Text war fertig. Unter Zeitdruck können viele Menschen sehr gut arbeiten. Zeitdruck kann so auch Schreibblockaden lösen.
          Setzen Sie sich eine Deadline. Wenn das noch nicht an Druck ausreicht, erzählen Sie Freunden davon oder versprechen Sie, den ersten Entwurf dann vorzuzeigen.

          15) Beginnen Sie mittendrin
          Besonders der Gedanke an den "perfekten ersten Satz" kann stark hemmen. Halten Sie sich damit gar nicht auf. Beginnen Sie einfach irgendwo in der Mitte, an einer Stelle, für die Sie grade tolle Ideen haben, bei der Ihnen sofort etwas einfällt. Niemand sagt, dass Sie den Anfang auch als erstes schreiben müssen.
          Dies ist besonders leicht, wenn Sie den Text vorher genauer geplant haben. Dann können Sie sich ihre Liste von Kapiteln und Szenen anschauen und sich eine herauspicken, auf die Sie grade Lust haben. Die Feinabstimmung der Szenen kommt später mit der Überarbeitung des ganzen Textes.

          16) Warmschreiben mit anderen Texten
          Oft ist es schwer, sich direkt nach der Arbeit oder dem Haushalt hinzusetzen und am Manuskript zu schreiben. Hier kann das Warmschreiben mit anderen Texten helfen diese Hürde zu überwinden und in den gewohnten Schreibrythmus hineinzufinden.
          Sie können es mit Free Writing versuchen, bei dem es nur darum geht fünf Minuten ohne Pause niederzuschreiben, was Ihnen durch den Kopf geht. Oder Sie nutzen einen der vielen Writing Promts, die es zahlreich im Netz gibt.
          Sie können aber auch parallel an einem anderen Werk arbeiten, wenn Sie blockieren. Wer viel schreibt, arbeitet manchmal an verschiedenen Texten. Auch hier gibt es keine Regel, die besagt, dass erst ein Text abgeschlossen sein muss, bevor Sie mit dem nächsten beginnen können. Hakt es bei dem einem Text, wechseln Sie die Materie und widmen Sie sich einem anderen. Natürlich sollten Sie hier nicht zwischen unzähligen Texten hüpfen, zwei verschiedene Projekte reichen für diese Methode aus.

          17) Nutzen Sie Kreativitätstechniken
          Wer blockiert ist, kann seinem Köpfchen mit Brainstorming, Mind-Maps, der Gegenteilmethode oder der Walt Disney Methode auf die Sprünge helfen. Solche Techniken helfen dabei, neue Ideen zu entwickeln oder die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen. Es gibt eine Menge davon.
          Einige der bekanntesten und beliebtesten Kreativitätstechniken werde ich Ihnen hier auf FederKiel demnächst vorstellen.

          18) Lesen Sie andere Texte
          Lesen kann nicht nur Ihre Sprache verbessern, es kann auch Blockaden lösen. Andere Texte zu lesen kann inspirieren und je nach Genre und Stil dabei helfen, einen Einstieg in seinen eigenen Text zu finden. Lesen Sie sich in Ihr Genre ein, wenn es bei Ihnen hakt, und lassen Sie sich von Ihren Kollegen in die passende Stimmung versetzen. Es geht dabei nicht um Ideenklau, sondern darum, dass Sie Ihren Text weiterschreiben können.

          19) Schreiben Sie zusammen mit anderen
          Egal ob es sich dabei um eine richtige Schreibwerkstatt mit Coach handelt, oder um Ihre kleine Schreibgruppe mit Freunden, versuchen Sie es einfach mal, zusammen mit Anderen zu schreiben und zu planen. Andere Autoren können neue Ideen, Anregungen und Sichtweisen ergeben und es macht eine Menge Spaß.

          20) Erzählen Sie jemandem die Geschichte
          Wenn Sie es sich zutrauen, erzählen Sie einer lieben Person die Geschichte, die Sie schreiben wollen. Es hilft dabei, die Idee aus dem Kopf und in eine interessante Reihenfolge zu bringen. Das Gefühl für die eigene Geschichte wächst. Sie bekommen vielleicht Lust, die Geschichte aufzuschreiben, wenn Sie die spannenden Momente laut hören. Sie können hier auch ein Diktiergerät mitlaufen lassen, falls sich tolle Ideen und Formulierungen ergeben.

          21) Machen Sie Ihrem Ärger Luft 
          Manchmal hilft es nur noch den Ärger rauszulassen. Erzählen Sie Freunden von der Blockade, schimpfen Sie laut. Oder nehmen Sie sich ein Stück Papier und schreiben Sie sich Ihre Wut von der Seele. Keiner wird es lesen - Schimpfwörter ausdrücklich erlaubt!

          22) Entspannungstechniken gegen Stress und Druck 
          Wenn Sie glauben, dass Ihre Blockade durch Stress verursacht wird, bieten sich Spaziergänge oder Entspannungstechniken wie Meditation oder progressive Muskelentspannung an. Beim Spazierengehen sammeln Sie zudem viele neue Eindrücke und können Ihre Beobachtungen hinterher in Notizen festhalten. Bei kompletter Entspannung, wie etwa bei der Meditation, lernen die Gedanken häufig fliegen und es werden Ihnen sicherlich ein paar neue Ideen einfallen.

          23) Achten Sie auf Ihren Biorythmus 
          Wenn Sie Abends partout nicht mehr in der Lage sind kreativ zu sein, dann schaufeln Sie sich die Zeit zum Schreiben an anderer Stelle frei. Sind Sie ein Morgenmensch, der Vormittags am meisten schafft? Viele Autoren mit Brotjob schreiben morgens vor der Arbeit ihre Seiten. Testen Sie aus, zu welcher Tageszeit das Schreiben am besten klappt. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase wird es mit dem Schreiben wieder viel besser laufen.

          24) Verschaffen Sie sich gute Laune
          Gute Laune entspannt, fördert die Durchblutung und sorgt für Glückshormone. Was wäre besser für die Kreativität? Wenn mich der Stress komplett blockiert, und als Mutter kommt das durchaus häufiger vor, dann hilft es mir zu lachen. Für diesen Fall habe ich eine Sammlung von Outtakes meiner Lieblingsserien parat. Und Schokolade.
          Lachen hilft bei vielen Problemen, nicht umsonst gibt es die Lachtherapie.
          Suchen Sie sich Bilder oder Videos, die Sie garantiert zum Lachen bringen und legen Sie sich ein Ordner dafür an. Egal ob es Helge Schneider oder eher Loriot ist, der Sie amüsiert.
          Und wenn es wirklich nicht gelingt etwas einfach gelassen zu sehen, dann versuchen Sie es mit bitterbösem, schwarzem Humor und einem Schuss Ironie. Auch das kann schon hervorragend helfen.

          25) Glauben Sie an sich und an Ihr Projekt
          Negative Gedanken haben viel Macht und prägen Ihr Handeln. Streichen Sie die Negation aus Ihren Gedanken, sagen Sie sich "Das kann ich!"
          Mit einer positiven Einstellung schreibt es sich leichter und die guten Ideen werden nicht von vornherein blockiert. Wer dabei Hilfe braucht, dem empfehle ich die vielen Motivationssprüche und Zitate über das Schreiben, die Sie schnell über eine Suchmaschine finden können. Oder holen Sie sich Beistand von einem lieben Menschen, der an Sie glaubt und es Ihnen immer wieder sagt.


          Und jetzt setzen Sie sich ran an Ihren Text!


          Montag, 10. November 2014

          Von Stichpunkten zum Plot - Mind Map und Karten-Matrix

          Bei meinem Besuch in der Stadtbibliothek habe ich mir aus fünf zufällig gewählten Büchern fünf Stichpunkte gesucht, die ich zu einer Geschichte zusammenbasteln möchte.
          Diese waren:

            -Misslungenes Experiment von Zauberern
              -Angst vor einer Farbe
                -Geldgierige Person
                  -Mord mit Mistgabel in Nachbars Garten
                    -Kosmetikherstellung in eigener Küche

                      Daraus lässt sich sicherlich mit etwas Überlegung eine Idee stricken, doch eine einzige Idee macht noch keinen Roman. Die Idee bringt einem die Ausgangssituation und den Schluss und vielleicht auch das ein oder andere große Ereignis, doch um einen ganzen Roman daraus zu machen, muss auch das große Loch in der Mitte gefüllt werden.
                      Dafür sind weitere Ideen nötig.

                      Wie werden aus diesen Stichpunkten nun Ideen für einen ganzen Plot?
                      Sicherlich nicht von selbst. Wer hier wartet, bis die Muse ihn küsst, wird ewig warten müssen.
                      Hier heißt es aktiv werden: Brainstorming!

                      Ich habe für mich beschlossen, dass ich es erst einmal mit einer Mind Map versuche zu den Themen "Hexen" und "Mord". Dies ergab sich, da sich meine ersten Gedanken auf dem Rückweg von der Bibliothek um das "missglückte Experiment" und die "Kosmetikherstellung" rankten. Sofort hatte das Bild einer Hexe vor mir, die zu Hause in Eigenregie Cremes und Puder mischt und dabei Mist baut.

                      Der Mord ist für mich ein weiterer wichtiger Punkt, denn ein Mord ist immer etwas Großes. Ein Leben wurde ausgelöscht. Er wird also ein wichtiges Thema in der Geschichte werden.
                      Da ich meine Protagonistin nicht als Mörderin sehe, wird sie sich wohl mit dem Mord beschäftigen und ihn vielleicht versuchen aufzuklären. Zumindest halte ich eine Hexe, die selbstständig ihre Kosmetik braut, für jemanden, der auch selbst versucht einem Mordfall im Nachbargarten nachzugehen.

                      Die Mind Map

                      Meine Mind Map
                      Bei einer Mind Map schreibt man das entsprechende Wort in die Mitte eines Blattes und schreibt alles, was einem dazu direkt einfällt um das Wort herum. Dann verbindet man die Wörter per Strich mit dem Ursprungswort. Danach schaut man sich die neuen Stichwörter an und schreibt um diese herum wieder alles auf, was einem dazu einfällt. So geht man immer weiter vor, bis einem nichts mehr einfällt, oder das Blatt voll ist.

                      Hier mein erster Versuch der Mind Map zu Hexen und Mord. Sicherlich sind mir viele Punkte einfach nicht eingefallen, aber für den Anfang war es vollkommen ausreichend. In dieser Phase geht es nicht darum, nur aufzuschreiben, was man auch im Buch verwenden will, sondern einfach seinen Ideen freien Lauf zu lassen. So kann es passieren, dass viele Dinge auf der Mind Map später gar nicht in der Geschichte auftauchen.

                      Die Karten-Matrix

                      Diese vielen Wörter hängen nun zwar aneinander, ergeben aber immer noch keine Story. Vielmehr weiß man nun, was zu seinem Thema alles vorkommen kann in der Geschichte, oder sieht, was vorkommen sollte, was man ansprechen sollte.
                      Um solche Punkte miteinander zu vernetzen bieten sich Karteikarten an.
                      Bisher habe ich es so gehalten, dass ich meine fünf Stichpunkte jeweils auf eine Karteikarte geschrieben habe. Dann werden zwei gezogen, nebeneinander gelegt und in 5 Minuten versucht, diese Punkte zu verbinden und neue Ideen daraus zu ziehen. Wie z.B. oben schon angesprochen aus dem "Experiment" und der "Kosmetik" die Idee wurde, dass meine Hexe bei der Kosmetikherstellung Magie anwendet und es gewaltig schief geht. Dies ergab zusätzlich noch eine neue Karteikarte "verhextes Make Up".

                      Hier ein Bild meiner Karten-Matrix
                      Eine andere Variante ist, seine Punkte aus der Mind Map auf die Karten zu schreiben, und auch hier zwischen den Karten Verbindungen zu suchen, die neue Ideen bringen. So könnte man die Karten "Zauberspruch" und "Mordwaffe" ziehen, und es ergibt sich die Idee, dass die Mordwaffe verzaubert sein könnte.
                      Auch in diesem Schritt geht es um möglichst viele Ideen. Ob und wie sie später in der Geschichte Verwendung finden, ist nicht wichtig.

                      Da das Ziehen der Karten umständlich, nicht so übersichtlich und effizient ist, wie es sein könnte, empfiehlt es sich aus den Karten eine Matrix zu legen und nach einem Schema Karte für Karte abzuarbeiten und sie immer mit den umliegenden, noch nicht verwendeten Karten zu neuen Ideen zu vernetzen. Wer hier eine Anleitung für so eine Matrix braucht, dem kann ich "Kreativ mit der Matrix" von Richard Norden empfehlen.

                      Jetzt sind aus den Stichpunkten schon viele tolle Ideen geworden, aus denen man eine ganze Geschichte basteln kann. An dieser Stelle geht es dann nach dem NaNoWriMo weiter mit dem Plotbasteln, denn aktuell braucht mein NaNoWriMo-Roman meine volle Aufmerksamkeit.

                      Habt Ihr Lust mich und meine Hexe auf der Reise zu einem fertigen Buch zu begleiten?

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                      Hier der erste Teil: Ideenfindung einmal anders - Bücher-Dart in der Stadtbibliothek
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                      Mittwoch, 22. Oktober 2014

                      Ideenfindung einmal anders - Bücher-Dart in der Stadtbibliothek

                      In meinem Artikel über Ideenfindung habe ich schon über mögliche Wege und Hilfsmittel geschrieben, um an neue Ideen zu kommen.

                      Um neue Ideen für gute Geschichten zu finden reicht es oft nicht aus, sich im eigenen Genre etwas umzuschauen, der Blick über den Tellerrand ist dafür unerlässlich.
                      Unweigerlich kommt nun die Frage auf, wie man in seichter Chick-Lit denn bitte neue Ideen für seinen nächsten Horrorroman finden soll.

                      Doch es muss ja nicht nur ein Genre als Inspiration dienen. Wie wäre es denn, mehrere zusammen zu basteln?
                      Man kann sich das so vorstellen, als würde man auf eine riesige Dartscheibe voller Buchtitel werfen und aus jedem der Bücher ein Stichwort entnehmen.

                      Heute geht es dafür einmal in die nächste Stadtbibliothek. Ein reiches Bücherregal tut es zur Not auch, allerdings ist es mit unbekannten Büchern viel spannender.

                      Jetzt geht der spaßige Teil los.
                      Ich suche mir eins der vielen Regale aus, drehe mich um und wähle dann blind ein Buch, indem ich mit dem Finger darauf zeige. Vom Buchrücken nehme ich die erste kleine Idee oder das erste Stichwort, dass mir gefällt und notiere es auf meinem Zettel.
                      Herrlich, Terry Pratchett erwischt! Immer wieder ein Genuss. Es ist das Buch "Die Gelehrten der Scheibenwelt". Schauen wir doch den Klappentext an: "Als ihnen ein Experiment misslingt, finden sich die Zauberer der Unsichtbaren Universität..."
                      Hm, das klingt doch schon gut. Ich nehme hier gern "das misslungene Experiment von Zauberern" für meine Liste. Und schon ist es aufgeschrieben.

                      Dann geht es auf zum nächsten Genre und damit zum nächsten Buch. Ich wähle wieder durch zeigen aus. Oh, sehr interessant. Christopher Moore mit "Verflixtes Blau". Hier werde ich erst in der Mitte des langen Klappentextes fündig: "...Und warum hatte er vor seinem Tod auf einmal solche Angst vor der Farbe Blau?"
                      Ich wähle hier "Angst vor einer Farbe" für mich aus.

                      Weiter geht es, ich bin bei den Krimis angekommen und habe einen persönlichen Favoriten herausgefischt: Edgar Wallace. Auch wenn ich Edgar Wallace mag, gibt mir der Klappentext nicht viel her, denn es ist ein Sammelband mit wirklich kurzen Beschreibungen. Es beginnt mir der Geschichte "Die Gräfin von Ascot" und dem ersten Klappentextsatz: "Julian Lesters Geldgier ist allen bekannt."
                      Dann wähle ich das doch. "Eine geldgierige Person". 

                      Das nächste Buch, dass meine flinken Finger erwischen ist "Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone" von Mark Haddon. Hey, das habe ich gelesen. Das ist toll. Gucken wir einmal nach, was der Klappentext hergibt. Eine Beschreibung der Hauptperson... neee, das kann ich nicht brauchen. Ah, die Story beginnt: "Aber als der Pudel in Nachbars Garten mit einer Mistgabel umgebracht wird,..." Das ist schon spannender. Etwas Mord und Todschlag.
                      Ich nehme "Mord mit Mistgabel in Nachbars Garten".

                      Und das vorerst letzte Buch zum aussuchen. Weiter geht es mit "Gucci und Gummistiefel" von Annie Sanders. Uff, Frauenroman. Na super ausgesucht, Finger. Mal sehen, was der hergibt. Erst am Ende des Klappentextes, als ich die Hoffnung schon aufgegeben habe, werde ich fündig: "In ihrer Küche eröffnet sie eine kleine Kosmetikfirma..." So schlecht ist die Idee nicht.
                      Ich suche mir "Kosmetikherstellung in eigener Küche" aus.

                      Nach fünf Büchern ist erstmal Schluss.
                      Zu viele Stichworte sind am Ende schwer zu vereinbaren und lassen meist nicht genug Platz für die eigenen Ideen, die sich nach kurzer Zeit von selbst ergeben. Im Notfall wird von mir auch eines der Stichworte gestrichen, wenn es einfach gar nicht passen sollte.

                      Hier also die fertigen Stichpunkte der fünf Bücher mit ein paar Anmerkungen von mir. Na, daraus lässt sich doch schon eine feine Geschichte spinnen.
                      Ich habe da schon eine süße Idee im Kopf. Eher witzig, eher für Frauen.

                      Beim nächsten Mal seht ihr diese Punkte wieder, wenn es darum gehen wird, einen Plot zu "basteln".
                      Seid gespannt!

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                      Hier geht es weiter mit Teil 2: Von Stichpunkten zum Plot - Mind Map und Karten-Matrix
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                      Mehr zum Thema Ideenfindung auf FederKiel:
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                      Dienstag, 11. März 2014

                      Schreibtagebuch Eintrag 11: Das Monster unter meinem Bett


                      Nachts wach im Bett zu liegen ist nicht nur ein Ärgernis, sondern auch äußerst gefährlich.

                      Zumindest, wenn man Autor ist.

                      Oder zumindest bei mir.





                      Die Dunkelheit und diese herrliche Stille sorgen dafür, dass meine Sinne nicht übermäßig strapaziert werden und mein Kopf sich beruhigen kann.
                      Anfangs ist das noch ganz schön. Meine Gedanken beginnen zu wandern, entspannt lasse ich sie gewähren, doch dann ist sie plötzlich da:

                      Die neue Idee.

                      Halb Engel, halb Dämon steht sie vor mir.
                      Als wäre das Monster unter meinem Bett hervorgekrochen um mich anzufallen.
                      Und diesem Monster ist es vollkommen egal, dass ich eigentlich grade an etwas ganz anderem arbeite.
                      Es will Aufmerksamkeit, und zwar jetzt gleich.
                      Zugegeben: Ich bin auch nicht sonderlich gut darin, das Monster in seine Schranken zu weisen, oder in seinen Käfig, wenn man so will.
                      Ich spinne einfach zu gern Geschichten, um bei so einer Chance Nein sagen zu können. Besonders nachts im kuschelig warmen Bett.

                      So beginnt es dann.
                      Zuerst verschwende ich meist um die 20 Minuten damit, die Idee ganz grob zu umreißen, sagen wir, einen ganz groben Plot zu entwickeln. Dieser hat sogar hin und wieder noch kein Ende. Es sind meist nur so 3 bis 5 Sätze, die mir vorschweben.
                      Dann gehen weitere 10 Minuten drauf, um die Figuren mit (vorläufigen) Namen zu bestücken, sonst wird mein Kopf beim Gedankenschreiben immer abgelenkt von dieser Umgewissheit.
                      Plötzlich habe ich gar keine Lust mehr zu schlafen. Grinsend und im Geiste vor mich hinredend liege ich da und genieße mein Kopfkino.
                      Als nächstes pickt sich mein Hirn eine der Kernszenen raus, die ich mir für die Geschichte überlegt habe und beginnt sie zu formulieren. Hier beackert es nun zum Teil fünf Sätze für locker 10 Minuten, fügt Nebensätze ein, streicht andere, stellt die Satzteile so lange um, bis es sitzt.

                      Irgendwann, meist nach der Pipi-Pause, fällt mir auf, wie viel Schlafenszeit ich schon mit Wachliegen verbracht habe und ich sage mir, dass ich dringend mal die Augen schließen und ins Traumland segeln sollte.
                      Doch eine andere Stimme wird laut. Sie erinnert mich daran, dass ich nach dem Aufwachen am nächsten Tag sicherlich tolle Formulierungen vergessen haben werde.

                      Also Notizbuch geschnappt und rein mit dem Text.

                      So wurde nun ein neues Monster geboren. Es ist klein und süß, mit viel Feuer und Regen. Ein Fantasy-Monster, mal wieder. Und es hat eine Geschichte zu erzählen, die Geschichte von Ria.

                      Hier ist es also, das jüngste Monster im Hause Kohrt, darf ich vorstellen:  Die Glutrot-Saga

                      Mehr dazu, wenn wir uns näher kennengelernt haben.

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                      (Endlich bin ich mit den Einträgen des Schreibtagebuchs in der "Gegenwart" angekommen, habe also die letzten Monate aufgeholt und es wird von nun an kein Datum bei den Überschriften gebraucht. Dafür könnten die Einträge nun etwas kürzer ausfallen, gehen sie doch jetzt immer ganz aktuell online.)
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                      Hier geht es zu Eintrag 10: Schreibtagebuch Eintrag 10: Klappentexte und Kurzgeschichten

                      Zum Anfang: Schreibtagebuch Eintrag 1: Das Schreibtischchaos
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                       Tipps zur Ideenfindung auf FederKiel:
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                      Donnerstag, 13. Februar 2014

                      In welchem Genre soll ich schreiben? - Zitat der Woche

                      "Write what you know." ~ Mark Twain

                      Dieses Zitat ist wahrscheinlich der am häufigsten missverstandene Ratschlag zum Thema Schreiben. Es sind nur vier kleine Wörter, doch steckt so viel in ihnen. Der Rat ist brillant und furchtbar. Je nachdem, wie man ihn versteht. Ich werde darüber sicherlich noch einmal einen größeren Beitrag schreiben. Heute möchte ich es auf eine Frage runterbrechen, die ich oft im Netz lese.


                      Immer wieder kommt bei Schreibern, besonders Anfängern, die Frage auf:
                      "In welchem Genre soll ich denn am besten schreiben?"
                      Die Antwort ist simpel:
                      "Schreibe, woran du Spaß hast!"

                      Wieso?
                      Weil du besser schreibst, wenn du am Thema Spaß hast.
                      Weil deine Geschichte mehr Tiefe bekommt, wenn du selbst mitfieberst.
                      Weil deine Charaktere zum Leben erwachen, wenn du sie liebst.

                      Aber wieso sollte ich nicht schreiben, was grade gefragt ist?
                      Die Chancen stehen gut, dass du nicht tief genug in die Geschichte eindringst und der Plot beginnt zu wackeln. Die Welt bleibt flach, denn du magst in deinen Gedanken nicht in ihr leben.
                      Besonders ärgerlich wird es dann, wenn dir keiner abkauft, was du schreibst, weil du nicht genug Fachwissen zum Genre/Thema besitzt um glaubhaft zu klingen.

                      Wer für den aktuellen Markt schreibt, braucht eine feste, professionelle Arbeitsweise, um den Kampf mit dem Roman zu gewinnen.
                      Wenn du nicht gut schreiben kannst, wenn dich das Thema nicht wirklich interessiert, du keine guten Methoden gegen Blockaden hast, du Probleme hast einen festen täglichen Rhythmus einzuhalten, dann solltest du es lieber sein lassen, den aktuellen Trends zu folgen, nur weil sie sich grade gut verkaufen.

                      Eine Frage: Warum schreibst du eigentlich?
                      Richtig, weil es Spaß macht.

                      Wieso also etwas schreiben, wenn man daran keinen Spaß hat?
                      Und hier sind wir wieder am Anfang. Schreibe, was dich interessiert. Schreibe über das, was du kennst. Dann sind die besten Vorraussetzungen gegeben, dass der Roman auch gern gelesen wird, wenn du dich reinhängst.

                      Der Markt bewegt sich sowieso, bis dein Roman fertig ist.
                      Der aktuelle Hype ist vorbei, der Markt gesättigt und der Fokus verschiebt sich.
                      Mit etwas Glück in deine Richtung.


                      Freitag, 7. Februar 2014

                      Schreibtagebuch Eintrag 8: Die erlösende Lösung

                      Dezember 2013

                      Es hat sich viel getan, seit dem letzten Eintrag.
                      Die Uni mit all ihren Sorgen liegt hinter mir, ich habe geheiratet, einen wunderbaren Sohn bekommen und ein halbes Jahr in einem beschissenen und dafür viel zu schlecht bezahlten Job verbracht, bis mir klar wurde, dass mir mein Leben zu kostbar und zu kurz ist, um nicht zu schreiben.


                      Da sich einige meiner Sorgen in Luft aufgelöst hatten, schätzte ich die Chancen recht gut ein, wieder in den alten Schreibfluss zurückzufinden.
                      Ich kramte mein altes Blog aus den tiefen Winkeln des Netzes und schrieb hier und da ein wenig.

                      Und da währen wir nun.
                      Seit Tagen gehe ich mit der Idee schwanger, mein eigenes Geld mit dem Schreiben zu verdienen und zu tun, wofür ich früher nie die Eier hatte: An mich und meine Ideen zu glauben.

                      Tatsächlich ist das der beste Rat, den ich zum Thema Schreibblockade geben kann: An sich glauben und weiter schreiben.

                      Heute habe ich beim Familienessen meiner Großmutter viel Zeit gehabt über alles nachzudenken.
                      Wieso sollte ich es nicht versuchen? Weil es nicht klappen könnte? Dann klappt es halt nicht. Davon geht die Welt nicht unter.
                      Wie heißt es so schön, lieber etwas versuchen und scheitern, als es nie versucht zu haben.

                      Nun sitze ich hier in meinem neuen, improvisierten Büro, vor mir ein großes Blatt Papier und in meinem Kopf ein Berg an alten Ideen, die alle auf das Papier gebannt werden wollen.

                      Ich möchte versuchen, mich an jede noch so kleine Idee zu erinnern. Ich fange einfach wild mit Themen an und lasse daneben Platz für weitere Ergänzungen, ganz ähnlich der Mind Map.
                      Mir fallen Ideen zu Geschichten ein, zu Bildern und zu Comics. Einiges überschneidet sich auch.
                      Schnell wird ddas Blatt sehr voll und greife zum nächstbesten Notizblock in Reichweite, denn zwei neue Ideen von diesem Nachmittag fanden bisher keinen Platz auf dem Blatt.

                      Es sind vage Ideen zu zwei Büchern oder Kurzgeschichten, die mich schnell beigeistern. Die eine Idee ist grob und schnell aufgeschrieben, die andere etwas ausgefeilter und mir fallen immer wieder neue, noch zu erwähnende Details ein. In einem schieren Wahn füllt sich Seite für Seite, bis ich endlich den Punkt erreiche, an dem ich alles wichtige aufgeschrieben habe.
                      Ich fühle mich leer. Ich fühle mich gut. Ich fühle mich lebendig.

                      Und ich habe große Lust aus dieser Idee ein Buch zu machen.

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                      Hier gibt es noch ein paar Worte zum Ende meiner Schreibblockade:
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                      Hier geht es zu Eintrag 7: Schreibtagebuch Eintrag 7: Hallo Schreibblockade

                      Zum Anfang: Schreibtagebuch Eintrag 1: Das Schreibtischchaos
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                      Mehr zum Thema Schreibblockaden auf FederKiel:
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                      Freitag, 31. Januar 2014

                      Schreibtagebuch Eintrag 7: Hallo Schreibblockade

                      Februar 2011

                      Ich komme einfach nicht voran.
                      Seit Tagen sitze ich mit Stift und Notizzetteln über den zwei großen Papierbögen, auf die ich den Plot und das Brainstorming für weitere Ideen gepinselt habe.

                      Um mich herum türmen sich zerknüllte Notizzettel auf und bilden zusammen mit den Schokoriegeln eine idyllische Berglandschaft.



                      Ich habe bereits Mind Maps angelegt, Zeitung gelesen, deprimierende Nachrichten geschaut und bin in meinem Umfeld auf Ideenjagd gegangen. Doch der Erfolg blieb aus, nahrhafte Beute für meine Geschichte habe ich nicht gemacht.

                      Meine Verzweiflung trieb mich bereits in die Stadtbücherei, wo ich Romane durchblätterte, in der Hoffnung, eine tolle Idee klauen zu können. Einige Ideen waren durchaus gut, doch allein der Gedanke, sie einfach so zu verwenden, ließ mich meine Notizen vor Scham in den nächsten Mülleimer werfen.

                      Meine Abende verbringe ich nun damit, in meinem Manuskript zu blättern und das bereits vorhandene Material zu editieren. Irgendwas muss ich ja tun.

                      Aber mein Problem scheint sich nicht nur auf das Schreiben zu beschränken.
                      Es wird immer deutlicher, dass mich eine gewaltige Kreativitätsblockade erwischt hat.
                      Die Ideen für meine Zeichnungen und Comics gehen mir ebenfalls aus.
                      Bis jetzt habe ich mich gezwungen es weiter zu versuchen. Ich habe mich zum Zeichnen gezwungen, ich habe mich zum Plotten und Schreiben gezwungen.
                      Die Ausbeute ist mager, die Qualität mehr als schlecht und meine Laune wird sicherlich bald einen neuen Tiefpunkt erreichen.

                      Es ist wohl an der Zeit, sich mit dieser Blockade zu beschäftigen.

                      Heute ist ein kalter Wintertag, draußen stürzt grade der Himmel auf die Erde herab und ich kuschel mich mit Decke, Wärmflasche, Tee und Notizbuch auf mein geliebtes Sofa.
                      Ich möchte meine Gedanken zu einigen Fragen notieren, um meinem Problem näher zu kommen.
                      Was passiert grade bei mir?
                      Wie geht es mir?
                      Was erwarte ich von mir?
                      Wieso schreibe ich?
                      Welche äußeren Begebenheiten beschäftigen mich?

                      Am Ende steht die Frage, wie all diese notierten Dinge mit der Blockade zusammenhängen können.
                      Nach vielen Seiten voller Durcheinander ist im Grunde alles ganz einfach:

                      Ich habe zur Zeit keine Freude mehr an meinem Studium und stelle meinen Entschluss für diesen Berufszweig in Frage. Eigentlich will ich doch ganz andere Dinge tun, doch das habe ich viel zu spät verstanden. Finanziell könnte es besser aussehen, privat könnte ich glücklicher sein. Ich erwarte viel von mir, zu viel, und bin eigentlich dauerhaft von mir selbst enttäuscht. Dazu kommt noch der Gedanke, auch meine Eltern nicht enttäuschen zu wollen. Ich schreibe, um mich besser zu fühlen, fühle mich aber gleichzeitig schuldig, da das Schreiben mir Zeit zum lernen für die Uni nimmt und ich eh glaube, nie was veröffentlichen zu können. Mein Kopf ist voller negativer Gedanken und auch mit den diversen Arztbesuchen beschäftigt, da ich gesundheitlich die Arschkarte gezogen habe.
                      Im Grunde geht es mir zur Zeit also ziemlich scheiße.

                      Kein Wunder, dass mich der große Geistesblitz nicht anspringt.
                      Bewusst wahrgenommen habe ich das Ganze nicht.

                      Ich lege mein Notizbuch zur Seite, schalte den Fernseher ein und gönne mir entspanntes Nichtdenken.
                      Ich weiß, dass es nun darum geht, meine Probleme anzupacken und ich weiß auch, dass das alles andere als leicht wird.

                      Das Projekt "Roman" muss erstmal zurückstehen, bis sich der Knoten löst. Doch sicher nicht für immer.

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                      Hier geht es zu Eintrag 8: Schreibtagebuch Eintrag 8: Die erlösende Lösung
                      Hier geht es zu Eintrag 6: Schreibtagebuch Eintrag 6: Die Jagd nach dem Plot

                      Zum Anfang: Schreibtagebuch Eintrag 1: Das Schreibtischchaos
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                      Mehr zum Thema Schreibblockade auf FederKiel:
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                      Montag, 13. Januar 2014

                      Ideenfindung - Geschichten entwickeln sich


                      Ich frage mich oft, wie es bei anderen Schreiberlingen so läuft, wenn sie eine neue Geschichte entwerfen und Ideen sammeln. Oft lese ich, dass sie dafür spazieren gehen, ein Bad nehmen oder Zeitung lesen.
                      Ich starre vor mich hin.
                      Wer mich reglos ins Nichts starren sieht, kann sich sehr sicher sein, dass mein Gehirn grade Höchstleistungen vollbringt. So funktioniert es bei mir am besten. Umso leiser ich bin und umso weniger ich mich bewege, desto schneller rasen die Ideen auf meiner Gedankenautobahn.
                      Dann sehe ich sie: Meine neue Ideenwelt.


                      Und dann legt die Geschichte auch nahezu von allein los. Selten muss ich innehalten und angestrengt über ein Detail nachdenken.

                      So wird dann aus einzelnen Ideen-Bäumen langsam ein ganzer Geschichten-Wald.
                      Schön dicht und rund läd er zum Spaziergang ein. Hier und da sind spannende Details zu erblicken und es braucht nur noch einen festen, soliden Pfad, damit der Spaziergang zu einem schönen Erlebnis wird.

                      Wie kommt man aber zu neuen Ideen, wenn einen die Muse partout nicht küssen will?

                      Zeitung lesen
                      Täglich passieren die kuriosesten Dinge in der Welt und die Zeitungen berichten darüber. Wer auf der Suche nach einer interessanten Idee ist, ist also gut beraten, einmal die Zeitungen danach zu durchsuchen. Ein Auge sollte man besonders auf die kleinen und kurzen Artikel haben, denn diese beinhalten immer nur die nötigsten Informationen und lassen viel Raum für eigene Ideen.
                      Wer mag, kann interessante Artikel auch ausschneiden (oder abspeichern, abschreiben) und später mehrere dieser Ideen zu einer verschmelzen.

                      Umfeld beobachten
                      Auf der Jagd nach Ideen kommt einem das direkte Umfeld ebenso sehr gelegen. Besonders wenn es um die Entwicklung von Figuren geht. Bei Unterhaltungen kann man wunderbar die Sprechweise für eine seiner Figuren abgucken, oder Gestik und Mimik beobachten. Ob es die Familie zu Hause ist, Bekannte auf einer Feier oder Fremde beim Spaziergang oder beim Einkaufen. Es gibt immer die Möglichkeit eine neue Idee zu entdecken.

                      Ortswechsel im Kopf
                      Eine Möglichkeit neue Ideen zu finden ist, sich an einen anderen Ort zu denken, und sich zu überlegen, wie es dort für einen wäre und was man machen würde.
                      Wer Sci-Fi schreiben will, kann sich gerne einmal vorstellen, er sei in die Zukunft oder auf den Mond gereist. Wie sieht es dort aus? Was würdest du tun?
                      Oder aber man strebt eine Reise in die Vergangenheit an, wie wäre es vor 100 Jahren gewesen und was würde man erleben wollen in dieser Zeit?
                      Denke dich in die Berge, auf das Meer, in die Wüste. Was passiert dort mit dir? Jede solcher Gedankenreisen birgt eine Geschichte, die man nur aufschreiben muss.

                      Sich selbst anders denken
                      Wem die Reise an andere Orte nicht hilft, der kann in Gedanken einfach mal seine eigene Person abändern.
                      Wie wäre es, wenn man dem anderen Geschlecht angehörte, was hätte man erlebt, was würde man tun? Oder man ändert sein Alter. Wie war das noch als Kind? Was wird man wohl als Rentner erleben?
                      Wie wäre es mit einem ganz anderen Beruf gelaufen? Was würde man erleben, wenn man reich wäre oder Superkräfte hätte? Wozu würde man sein Geld oder seine Kräfte einsetzen?
                      All diese Fragen können zu ganzen Romanideen heranwachsen.

                      Gruppenarbeit
                      Gemeinsam Denken ist oft leichter. Andere Menschen haben andere Sichtweisen auf eine Idee, können einem beim Ergänzen helfen, Lücken füllen, oder Denkanstöße geben. Zusammen lässt sich meist einfacher und schneller ein Plot entwickeln. Wichtig ist dabei: Zusammenarbeit steht im Vordergrund, Ideenkritik übt man später.

                      Grenzen ausreizen
                      Wieso immer in der Norm schreiben? Für neue spannende Ideen kann man schon mal die Grenzen des Genres ausreizen oder überschreiten. Füge Ideen ein, die nicht in das Genre passen, baue Ideen, die im genauen Gegensatz zu dem stehen, was in dem Genre üblicher Weise zu finden ist.
                      Oder übertreibe Genretypisches! Und dann spiele mit diesen Ideen, bis sie passen und zu einer guten Geschichte werden.

                      Hilfe aus der Vergangenheit
                      So mancher alter Film oder manches altes Buch sind nun alles andere als zeitgemäß und werden kaum noch gesehen oder gelesen. Doch diese Ideen müssen nicht in Vergessenheit geraten. Wie an zahlreichen aktuellen Beispielen zu sehen ist, kann man aus altem Material eine moderne Neufassung machen.
                      Natürlich kann man sich auch einfach von der Vergangenheit inspirieren lassen, ob nun von alten Büchern und Filmen, alter Musik oder auch alten Zeitungen und Briefen/Postkarten. Die alten Zeiten stecken voller Ideen.

                      Reizwörter
                      Hier geht es darum, einen möglichst großen Vorrat von Wörtern anzulegen, im Idealfall Nomen, diese jeweils auf einen kleinen Zettel zu schreiben und dann drei Stück zu ziehen, um daraus eine Geschichte zu formen.
                      Die Wörter findest du überall, spannende Wörter gibt es auch in der Tageszeitung. 

                      Meine Idee für dieses Verfahren ist etwas erweitert.
                      Ich möchte dazu anregen, eine Box für jedes Genre anzulegen, über das man schreiben würde, oder das man als Nebengenre in Erwägung zieht. Also eine Box für Fantasy, eine für SciFi, eine für Liebe und so weiter. Einige Worte können in mehreren Boxen vorkommen, was ab einer gewissen Menge von Wörtern allerdings keine Probleme mehr macht. Beim Ziehen der Reizwörter wird dann auf fünf Zettel erhöht. Die Verteilung hängt ab, von der Gewichtung der gewünschten Genres in der Geschichte. Wer also eine Fantasyromanze schreiben möchte, zieht drei Zettel aus der Fantasybox und zwei aus der Liebesbox. Wer gern eine Sci-Fi-Fantasy Geschichte haben will mit einem Hauch von Horror, kann dann je zwei aus Fantasybox und SciFibox ziehen und einen aus der Horrorbox.
                      Packe dir aber keine Wörter in die Box, über die du auf keinen Fall schreiben willst. Wenn du aktuell eine große Abneigung gegenüber Vampirromanzen hast, dann hat das Wort Vampir nichts in der Liebesbox zu suchen.

                      Mind Maps
                      Hat man Wörter, oder eine vage Idee, vielleicht das Genre festgelegt, dann eignet sich eine Mind Map um Ideen zu sammeln. Dazu schreibt man das entsprechende Wort in die Mitte eines großen Blattes und schreibt alles, was einem dazu direkt einfällt drumrum und verbindet es ggf. mit einem Strich mit dem Ursprungswort. Dann schaut man sich die neuen Stichwörter oder kurzen Sätze an und schreibt um diese herum wieder alles auf, was einem dazu einfällt. So geht man immer weiter vor, bis einem nichts mehr einfällt, oder das Blatt voll ist. So hat man nach kurzer Zeit schon eine Menge Ideen zusammen, aus denen sich die ein oder andere Geschichte ergibt.

                      Ich wünsche allen viel Erfolg bei der Ideenfindung!

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                      Mehr zum Thema Ideenfindung auf FederKiel:
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                      Freitag, 10. Januar 2014

                      Schreibtagebuch Eintrag 6: Die Jagd nach dem Plot

                      Dezember 2010

                      Langsam steigt der Dampf meines Tees aus dem Becher neben mir empor und ich starre auf das meditative Blinken des Schreibcursor. Meine Finger finden den Weg zur Tastatur, setzen an und ziehen sich dann scheu wieder zurück.

                      Ich stecke im ersten Kapitel.
                      Ich stecke zwischen zwei Szenen.
                      Ich stecke fest.


                      Es ist ein Gefühl, wie zu Anfang des Buches, bevor ich den ersten Satz schrieb, doch irgendwie auch ganz anders. Ich habe einen Plot, ich habe die Ratgeber gelesen... und ich habe keine Ahnung, was ich hier grade tue.
                      Was will ich denn in der Geschichte als nächstes passieren lassen? Ich weiß, was ich langfristig vor hatte, wo meine Figur in ein paar Kapiteln sein sollte, doch was jetzt genau als nächstes geschehen soll, habe ich mir weder überlegt, noch kommt die Idee nun von allein angeflogen, wie ich es sonst bei der Ideenfindung gewohnt bin.
                      Was ist los? Falle ich grade durch die Maschen meines zu grob gestrickten Plans? Stolpere ich nun in meine Plotlöcher hinein und verliere den Schwung?

                      Ich erinnere mich an einen Ratschlag, den ich gelesen habe. Er besagt, dass man versuchen soll an einer anderen Stelle weiterzuschreiben, wenn man an der aktuellen überhaupt nicht mehr weiter kommt.
                      Das klingt viel versprechend, diesem Rat möchte ich jetzt folgen. Ich habe da so eine Idee für eine Szene, eine gute Szene.

                      Ich tappe ein paar Zeilen runter und fange an zu tippen. Es läuft flüssig. Das Treffen der Figuren geht mir gut von der Hand und der erste Wortwechsel ist herrlich lebendig. Und dann nach einem weiteren Absatz ist der längere Dialog da. Das Gespräch, über die Dinge, die passiert sind. Was nun? Ich kann keinen Dialog über Szenen schreiben, die noch gar nicht existieren, deren Inhalt ich gar nicht kenne. Ich könnte das Gespräch als Versuch wahrnehmen, herauszubekommen, was vorgefallen ist. Doch die Ideen spielen Verstecken mit mir.
                      Ich stecke wieder fest.

                      Nach einem tiefen Seufzer trinke ich den letzten Schluck meines mittlerweile kalten Tees. Der bittere Geschmack verschmilzt perfekt mit meiner Stimmung.

                      Ich könnte nun weitere Inselchen aufbauen. Am Ende habe ich dann viele kleine Szeneninseln in meinem Romanmeer, so ganz allein, ohne Brücken oder Fährverbindungen, einsam daliegend und darauf wartend, mit anderen Inseln zusammen einen Kapitelkontinent zu bilden.
                      Es wird Zeit für Neulandgewinnung, ich muss den Verlandungsvorgang zum Laufen bringen.
                      Mit anderen Worten: Ich brauche wohl doch einen dichteren Plot.

                      Zum ersten Mal habe ich etwas über mich als Schreiber gelernt.
                      Ich bin wirklich kein Drauflosschreiber.
                      Ich bin ein Planer.

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